Die To­re ste­hen­un­ter Dau­er­druck

Oh­ne die so­ge­nann­ten Py­lo­nen geht beim Air Race gar nichts. Da­bei müs­sen die Kunst­stoff-Rie­sen stän­dig gro­ßen Druck aus­hal­ten und den­noch bei der kleins­ten Be­rüh­rung der Flug­zeu­ge plat­zen.

Kleine Zeitung Steiermark - - | SPORT - KLAUS MOLIDOR

ASpiel­berg. Knapp ei­ne Wo­che dau­ert der Auf­bau ei­nes Kur­ses, der aus 12 bis ma­xi­mal 17 Py­lo­nen ge­steckt wird. 95 Ki­lo­gramm wiegt ein Py­lon ins­ge­samt, die Flug­zo­ne, al­so der rot-gel­be Be­reich an der Spit­ze, ist aber nur drei Ki­lo­gramm schwer. Ein Qua­drat­me­ter wiegt 50 Gramm. Zum Ver­gleich: Ein nor­ma­les Stück Schreib­pa­pier wiegt pro Qua­drat­me­ter 80 Gramm. uf­ge­bla­sen bis zum Geht­nicht­mehr, aber un­ver­zicht­bar. Zum Zer­rei­ßen ge­spannt und trotz­dem sto­isch ru­hig. Die Re­de ist von den 25 Me­ter ho­hen Kunst­stoff­säu­len, den so­ge­nann­ten Py­lo­nen, die beim Air Race die To­re, die „Air Ga­tes“bil­den. Be­tritt man ei­nen der rie­si­gen weiß-rot-gel­ben Zy­lin­der, fal­len ei­nem so­fort die Oh­ren zu. „Durch das Ge­blä­se hal­ten wir ei­nen Druck von zwölf Mil­li­bar über dem Au­ßen­druck“, brüllt Hol­ger Le­prich in den Lärm des Mo­tors, der die Luft in die Hö­he bläst und die To­re stramm­ste­hen lässt.

Le­prich ist ei­ner von 15 „Air-Ga­tern“, die für den Auf- und Ab­bau so­wie für die War

L“tung der Py­lo­nen

Hflai­nen­gest. eprich, zu­stän­dig sind. Zwölf Mil­li­bar klingt nicht nach Chef der Air- Ga­ter viel. Ist es aber. Zum Be­weis zieht er die Kunst­stoff­lei­ne, die mit der Spit­ze ver­bun­den ist, nach un­ten und drückt sie dem Un­gläu­bi­gen in die Hand. Schwupp geht es nach oben.

Seit zehn Ta­gen sind Le­prich und sei­ne Män­ner be­reits in

Zwei-Mi­nu­ten-Re­pa­ra­tur

Aus 300 Ma­te­ria­li­en ha­ben die Air-Ga­ter das be­stän­digs­te und leich­tes­te her­aus­ge­fil­tert. Der Be­rüh­rungs­test be­weist: hauch­dünn. „Der Stoff muss ex­tre­men Druck aus­hal­ten, gleich­zei­tig aber bei der kleins­ten Be­rüh­rung der Trag­flä­chen rei­ßen, da­mit die Flug­zeu­ge nicht be­schä­digt wer­den“, sagt Le­prich.

Auf­nah­men ei­ner Hoch­ge­schwin­dig­keits­ka­me­ra zei­gen, wie schnell das Ma­te­ri­al reißt. Gleich nach der Be­rüh­rung mit der Spit­ze der Trag­flä­che fliegt das ro­te Teil oben weg, reißt al­so schnel­ler rings­um durch, als das Flug­zeug fliegt. Si­cher­heit geht vor.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.