Als das „ir­di­sche Übel“

ImI Jahr 1794 er­schüt­ter­tet Leo­ben das bis heu­teh schwers­te Erd­be­benE der Re­gi­on.R Vie­les wur­de z zer­stört, doch der S Schwam­merl­turm v ver­dankt dem Be­ben s sein Ent­ste­hen.

Kleine Zeitung Steiermark - - | STEIERMARK -

ri­ke­rin an der Zen­tral­an­stalt für Me­teo­ro­lo­gie und Geo­dy­na­mik, be­rich­tet vom Jahr 1768. „Da­mals kam es in Wie­ner Neu­stadt zu ei­ner ähn­li­chen Be­ben­ka­ta­stro­phe. Um sie zu ana­ly­sie­ren, wur­de ei­ne Au­gen­scheins-Com­mis­si­on ein­be­ru­fen.“

Die­sel­be Kom­mis­si­on wur­de auch 1794 un­ter der Lei­tung von Ma­gis­trats­rat Max Gott­sched in Leo­ben ge­bil­det. Die­se Be­hör­de be­stimm­te schrift­lich noch am 11. Fe­bru­ar, dass In­ge­nieu­re, Zim­mer­leu­te und Mau­rer „die durch das letzt ge­we­se­ne Erd­be­ben ge­sche­he­nen Ge­bäu­de­be­schä­di­gun­gen in Leo­ben zu Hind­an­hal­tung wei­te­rer Un­glücks­fäl­le durch Ein­stür­zung der er­schit­ter­ten Mau­ern und Rauch­fän­ge“zu un­ter­su­chen ha­ben.

Die Ex­per­ten wa­ren ins­ge­samt zehn Ta­ge lang un­ter­wegs, um die Schä­den an den 213 Ge­bäu­den zu un­ter­su­chen. Fa­zit: Nur zehn Ge­bäu­de im Leo­be­ner Zen­trum wur­den als un­be­schä­digt ge­mel­det, acht Pro­zent al­ler Häu­ser im Groß­raum Leo­ben wa­ren be­trof­fen.

Der Be­richt der Au­gen­scheins-Com­mis­si­on stell­te au­ßer­dem ei­nen Scha­den von ins­ge­samt 33.752 Gul­den fest, was in­so­fern be­mer­kens­wert ist, als es das ers­te Mal war, dass auch die Scha­dens­hö­hen der ein­zel­nen Ob­jek­te er­ho­ben wur­den. Noch heu­te las­sen sich 300 hand­schrift­li­che Do­ku­men­te im Leo­be­ner Stadt­ar­chiv zur Ka­ta­stro­phe fin­den. So et­wa die Aus­sa­ge des eins­ti­gen Bür­ger­meis­ters Jo­sef Graf (1814 bis 1849), der das Be­ben als „ir­di­sches Übel“be­zeich­ne­te.

War­um die Schä­den an den Leo­be­ner Häu­sern so hoch wa­ren, lässt sich auch bau­ge­schicht­lich be­grün­den. Der Groß­teil der Ge­bäu­de ist aus Bruch­stein­mau­er­werk, das in „Kas­ten­mauer­wei­se“ge­baut wur­de. Das heißt, dass

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