Leo­ben er­schüt­ter­te

Kleine Zeitung Steiermark - - STEIERMARK -

so­ge­nann­te „Käs­ten“mit St­ei­nen und Mör­tel auf­ge­füllt und nach der Ver­fes­ti­gung wie­der ent­fernt wur­den. Die Kir­che Sankt Xa­ver et­wa hat ein Bruch­stein­f­un­da­ment, ist dann aber mit Zie­geln auf­ge­mau­ert, das al­te Rat­haus hin­ge­gen be­steht zur Gän­ze aus Bruch­stein­mau­er­werk.

Bau­fäl­li­ger „Stadt­thurm“

So nahm auch das Maut­tor samt Maut­turm – der west­li­che Zu­gang über die Mur – Scha­den. Nach neu­es­ten Er­kennt­nis­sen der his­to­ri­schen Erd­be­ben­for­schung, die Chris­ta Ham­merl seit 1986 be­treibt, wur­de die­ser Turm, der dem Feu­er­schutz dien­te, im Jah­re 1615 nicht neu er­baut, son­dern nur re­no­viert. Im Rats­pro­to­koll vom 5. März 1615 wird fest­ge­hal­ten, dass der Turm vor al­lem in­nen schlech­te Holz­bö­den auf­wies und es not­wen­dig ge­we­sen war, die Turm­ge­wöl­be zu er­neu­ern. Die schlech­te In­nen­aus­stat­tung dürf­te auch 1794 Ur­sa­che da­für ge­we­sen sein, dass man sich rasch für ei­nen Um­bau ent­schied. Denn der Scha­den am „Mautt­hor-Stadt­thurm“be­trug 350 Gul­den und da­bei er­lit­ten nicht un­be­dingt die Mau­ern des Tur­mes nen­nens­wer­te Schä­den. Viel­mehr hat­ten sich dort, wo der Dach­stuhl des da­mals spitz zu­lau­fen­den Tur­mes an­setz­te, vier Er­ker aus der Mau­er ge­löst. Es be­stand Ge­fahr, dass sie ab­stür­zen wür­den. Der spit­ze Turm wur­de al­so durch ei­ne neue Hau­be er­setzt. Schnell fand sich des­halb ei­ne Be­zeich­nung für das neue Leo­be­ner Wahr­zei­chen: „Schwam­merl­turm“.

De­tail aus dem Scha­dens­er­he­bungs­pro­to­koll

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