Ein Fei­er-Tag am rot-weiß-ro­ten Meer

Kleine Zeitung Steiermark - - SPORT - HARALD SCHUME

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S C H A U P L AT Z in Kom­pli­ment an den Mar­ke­ting-Ver­ant­wort­li­chen der Fir­ma Stiegl: Wer sich aus­ge­dacht hat, rot-weiß-ro­te Bier-Fah­nen im Sta­di­on aus­zu­tei­len, emp­fiehlt sich für den Job „Mit­ar­bei­ter des Jahr­tau­sends“. Rot-Wei­ßRot, wo­hin das Au­ge blick­te, schön an­zu­schau­en, ver­mut­lich wa­ren die Gäs­te aus Mol­da­wi­en ein bissl nei­disch ob des fried­li­chen Pa­trio­tis­mus, der da ges­tern an der Do­nau zur Schau ge­stellt wur­de. uch wenn die Rus­sen ge­gen Schwe­den nicht mit­ge­spielt ha­ben und die EM-Teil­nah­me nicht vor­zei­tig un­ter Dach und Fach ge­bracht wer­den konn­te: Es war ein Fei­er-Tag im aus­ver­kauf­ten Ernst-Hap­pel-Sta­di­on. 48.500 Au­gen­zeu­gen wa­ren ge­kom­men, um die Mann­schaft von Mar­cel Kol­ler zum Sieg zu schrei­en. Be­gon­nen hat das Trei­ben frei­lich mit ei­ner Schwei­ge­mi­nu­te. Die Ki­cker und die Zu­se­her­schaft ge­dach­ten der Flücht­lin­ge, die in ei­nem Lkw ihr Le­ben hat­ten las­sen müs­sen. efu­gees wel­co­me“lau­te­te das Mot­to, ver­mut­lich hät­te man die An­zahl der sy­ri­schen Zu­schau­er im Sta­di­on an ei­ner hal­ben Hand ab­zäh­len kön­nen. Mög­lich, dass vie­le in zehn, zwan­zig Jah­ren kom­men wer­den, dann, wenn sie sich mit der neu­en Na­ti­on iden­ti­fi­zie­ren kön­nen.

Je­den­falls war schnell klar, dass wir wie­der wer sind in der in­ter­na­tio­na­len Welt des Bal­les. Ei­ne ernst zu neh­men­de Mann­schaft, die sich Re­spekt er­ar­bei­tet und ver­dient hat. Zah­len lü­gen nicht. Num­mer 13 der Welt – ei­gent­lich hät­ten die Mol­da­wi­er noch ein biss­chen ehr­fürch­ti­ger auf­tre­ten müs­sen. So wer­den die Chro­nis­ten no­tie­ren: Brav wa­ren sie, die

RGäs­te. Und chan­cen­los. Da­für wa­ren die Fans in her­aus­ra­gen­der Ver­fas­sung. Im Un­ter­schied zum Klub­fuß­ball wur­de der Geg­ner nicht be­schimpft, son­dern die Ener­gie wur­de zum An­feu­ern ver­wen­det. Macht ja auch mehr Sinn. Und ist sym­pa­thi­scher oben­drein. nd trotz­dem ha­ben die Zu­schau­er ge­schla­fen. Kei­ner ap­plau­dier­te, als Ro­bert Al­mer nach et­was mehr als ei­ner hal­ben St­un­de den Tor­sper­ren­re­kord ge­bro­chen hat­te. Sei auch er­wähnt: Im­mer, wenn Ös­ter­reich ei­nen gu­ten Go­a­lie hat­te, war es gut be­stellt um das Team. Die Span­nung ent­lud sich in Mi­nu­te 52, gleich ei­nem Ge­wit­ter. Als Ju­nu­zo­vic traf, hielt es nie­man­den mehr auf den Sit­zen. Frank­reich, wir kom­men zwar noch nicht, aber wir sind un­ter­wegs.

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Die Ös­ter­rei­cher fei­er­ten ih­ren ver­dien­ten 1:0-Sieg, die Mol­da­wi­er gin­gen mit hän­gen­den Köp­fen vom Platz

Die Fans wis­sen, wo­hin es geht

Arn­au­to­vic traf, das Tor zähl­te nicht

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