Fast-Ma­gis­tra ver­liert Kampf um ih­ren Ti­tel

Krank­heit und neu­er Stu­di­en­plan ha­ben Uni-Ab­schluss ver­hin­dert. Stei­re­rin blitzt bei Ge­richt ab.

Kleine Zeitung Steiermark - - | STEIERMARK - THO­MAS ROSSACHER

GRAZ, WI­EN. Zwei Stei­rer sind vor Ge­richt ge­zo­gen, weil sie nach lan­ger Krank­heit und Än­de­rung des Stu­di­en­plans ihr Stu­di­um in Graz nicht recht­zei­tig ab­schlie­ßen konn­ten (wir be­rich­te­ten). In ei­nem Fall hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt jetzt ent­schie­den – zu­guns­ten der Uni­ver­si­tät Graz. Die Frau wird ih­ren Ti­tel nicht be­kom­men, sie kann sich nur ih­re Prü­fun­gen für ein an­de­res, aber un­ter­schied­lich an­ge­leg­tes Stu­di­um an­rech­nen las­sen. „Ob­wohl ihr nur mehr ein Stem­pel ge­fehlt hat“, nimmt der Wie­ner Rechts­an­walt In­go Riß die Ent­schei­dung des Ge­richts mit Be­dau­ern zur Kennt­nis. Den Gang zum Ver­wal­tungs­ge­richts­hof wird sei­ne Man­dan­tin nicht mehr un­ter­neh­men – der Aus­gang ist höchst un­ge­wiss, die Kos­ten sind zu hoch. In ei­nem zwei­ten, ganz ähn­li­chen Ver­fah­ren ist noch kei­ne Ent­schei­dung ge­fal­len, schil­dert Riß.

Ge­gen­über der Klei­nen Zei­tung meint der be­trof­fe­ne „Fast-Ma­gis­ter“, dass er nicht mehr glau­be, dass die Cau­sa in sei­nem Sin­ne en­de. „Es ist bit­ter, aber ir­gend­wann ist es bes­ser, man schaut nicht mehr zu­rück und hakt die An­ge­le­gen­heit ab. Ich weiß, dass ich mei­ne Leis­tung er­bracht ha­be.“

Im ers­ten Fall wa­ren Stu­di­um und not­wen­di­ge Di­plom­ar­beit ab­ge­schlos­sen, auch die Be­no­tung für die Stei­re­rin lag be­reits vor. We­gen ih­rer Krank­heit kam sie aber nicht mehr da­zu, die Be­stä­ti­gung ein­zu­ho­len. Und zwar so lan­ge, bis die letz­te Frist zum Ab­schluss des Mas­ter­stu­di­ums im Früh­jahr 2012 ver­stri­chen war.

Ähn­lich ist es ih­rem Stu­di­en­kol­le­gen er­gan­gen: Er mach­te sei­nen Ba­che­lor, trat zum Mas­ter­stu­di­um an, wur­de aber krank und muss­te vier Se­mes­ter lang pau­sie­ren. Die neue Stu­di­en­ord­nung trat in Kraft – und der Stei­rer hat sei­ne Ar­beit we­der recht- zei­tig ab­lie­fern noch be­no­ten noch be­stä­ti­gen las­sen kön­nen.

Ein Spieß­ru­ten­lauf war die Fol­ge, der Stei­rer drang nicht durch – erst durch ei­ne Säum­nis­be­schwer­de er­hielt er En­de 2014 den ne­ga­ti­ven Be­scheid der Uni, der dann be­kämpft wur­de.

„Man hat sich mir ge­gen­über un­mög­lich ver­hal­ten“, be­dau­ert der „Fast-Ma­gis­ter“. Es kom­me ihm so vor, dass „die Uni­ver­wal­tung ei­nem die Le­bens­pla­nung er­schwe­ren möch­te“. Ob er je­mals wie­der stu­die­ren wird? „Viel­leicht, aber ganz si­cher nicht mehr in Graz.“

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