Ver-rückt

Kleine Zeitung Steiermark - - | TRIBÜNE - MANUELA SWOBODA

Jetzt wur­de al­so so­gar der Zug­ver­kehr zwi­schen Dä­ne­mark und Deutsch­land ein­ge­stellt, weil zu­letzt mehr als tau­send Flücht­lin­ge über die Gren­ze woll­ten. Die neue dä­ni­sche Re­gie­rung fährt ei­ne stren­ge Li­nie in der Flücht­lings­po­li­tik. Ver­ges­sen scheint die Tat­sa­che, dass sich Dä­ne­mark das Ega­li­tä­re ganz oben auf die Fah­nen hef­tet.

Aus­ge­rech­net je­nes Land macht al­so die Schot­ten dicht, das im Zwei­ten Welt­krieg Ge­schich­te ge­schrie­ben hat, weil es sei­ne jü­di­sche Be­völ­ke­rung in ei­ner Nacht-und Ne­bel-Ak­ti­on nach Schwe­den ge­schmug­gelt und so vor der De­por­ta­ti­on durch die Na­zis be­schützt hat. Ist da was faul im Staa­te Dä­ne­mark? ur we­ni­ge St­un­den vor der Zugsper­re hat­te EUKom­mis­si­ons­prä­si­dent Je­anClau­de Juncker in ei­ner ein­drucks­vol­len Re­de zu „mehr Eu­ro­pa“, „mehr Uni­on“und mehr „Mit­mensch­lich­keit“er­mahnt. Ein Ap­pell an die Staa­ten des Frie­dens­no­bel­preis­trä­gers EU.

Die Welt ist aus den Fu­gen ge­ra­ten, die Wer­te sind ver­rückt. Da über­sieht man leicht – und auch das rück­te Juncker zu­recht –, Flücht­lin­ge ma­chen 0,11 Pro­zent der EU-Be­völ­ke­rung aus. In Wor­ten: null Kom­ma elf Pro­zent.

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