Hin­ein ins Ram­pen­licht

In Eli­sa­beth Scha­rangs neu­em Film por­trä­tiert Burg-Star Jo­han­nes Krisch Jack Un­ter­we­ger ein­drucks­voll als ei­nen, der auf­stei­gen will.

Kleine Zeitung Steiermark - - | KULTUR - ZUR LA­GE

Wann wird ein Mensch zum Ge­gen­stand ei­nes Ki­no­films? Das Schick­sal von Kre­thi und Ple­thi bie­tet in der Re­gel zu we­nig Stoff, um dar­aus ein Tre­at­ment oder Dreh­buch zu ma­chen, das die di­ver­sen För­der­stel­len mit der nö­ti­gen Pro­duk­ti­ons­do­tie­rung ver­lässt. Ei­ne zu ver­fil­men­de Bio­gra­fie braucht „Gla­mour“. Un­ab­hän­gig da­von, wie Glanz, Be­kannt­heit und Ruhm zu­stan­de ge­kom­men sind.

Die Fil­mo­gra­fie der Re­gis­seu­rin Eli­sa­beth Scha­rang be­legt ein In­ter­es­se an rea­len Schick­sa­len. So the­ma­ti­sier­te sie in „Mein Mör­der“(Dreh­buch ge­mein­sam mit ih­rem Va­ter Michael Scha­rang) das Schick­sal von Fried­rich Za­wrel, der zwei Mal in die Fän­ge des Ner­ven­arz­tes Hein­rich Gross ge­riet – ein­mal als Bub in der Eut­ha­na­sie­kli­nik „Am Spie­gel­grund“und Jahr­zehn­te spä­ter als Er­wach­se­ner. Es be­durf­te ei­nes lan­gen Kamp­fes, ehe Za­wrel so et­was wie Ge­rech­tig­keit wi­der­fuhr. Der Brief­bom­ber Franz Fuchs, dem Scha­rang 2007 in „Ein Pa­tri­ot“nach­spür­te, war durch sei­ne Ver­bre­chen eben­so ei­ne Gestalt der Öf­fent­lich­keit wie Jo­hann „Jack“Un­ter­we­ger, der nach der Er­mor­dung ei­ner jun­gen Frau zu le­bens­lan­ger Haft ver­ur­teilt und nach 15 Jah­ren auf­grund in­sti­tu­tio­nel­ler und öf­fent­lich­keits­wirk­sa­mer Für­spra­che vor­zei­tig ent­las­sen wur­de.

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