Der An­sturm

Län­der kön­nen zur Asyl­fi­nan­zie­rung vom Spar­kurs ab­wei­chen. An Schu­len gibt es künf­tig ver­pflich­ten­de Deutsch-Crash­kur­se.

Kleine Zeitung Steiermark - - | POLITIK - MICHAEL J UNGWIRTH

Der Flücht­lings­an­sturm und die ge­plan­ten In­te­gra­ti­ons­maß­nah­men dro­hen die Bud­get­plä­ne über den Hau­fen zu wer­fen. Im Zu­ge der gest­ri­gen Son­der­klau­sur im Kanz­ler­amt raff­te sich die Re­gie­rung zu ei­nem un­ge­wöhn­li­chen Schritt auf: Der Bund lo­cker­te den Spar­kurs für die Län­der. Kon­kret wird den Län­dern, die bei der Su­che nach Flücht­lings­quar­tie­ren die Haupt­last tra­gen, ein Ab­wei­chen vom Bud­get­pfad von 0,1 Pro­zent des BIP – das sind 345 Mil­lio­nen – zu­ge­stan­den. Die Re­gie­rung er­hofft sich, dass die Ab­wei­chun­gen von der EU nicht in die De­fi­zit­kal­ku­la­tio­nen ein­ge­rech­net wer­den.

Über die zu er­war­ten­den Mehr­aus­ga­ben hüll­te man sich al­ler­dings in Schwei­gen. Vi­ze­kanz­ler Rein­hold Mit­ter­leh­ner mach­te kein Ge­heim­nis dar­aus, war­um dem so ist: „Wir ver­zich­ten auf ei­ne of­fen­si­ve Darstel­lung, wol­len es nicht hoch­schau­keln, weil das ein sen­si­bler Be­reich ist.“ÖVP-Chef ver­wies auf den Pen­sio­nis­ten, der sich fra­ge, war­um sei­ne Pen­si­ons­er­hö­hung so be­schei­den aus­fal­le, wäh­rend für In­te­gra­ti­ons­maß­nah­men das Geld vor­han­den sei. So dürf­te die Gr­und­ver­sor­gung 420 Mil­lio­nen ver­schlin­gen, 70 Mil­lio­nen flie­ßen in den Ar­beits­markt, mit 75 Mil­lio­nen ist ein In­te­gra­ti­ons­topf do­tiert. Nicht ein­ge­rech­net sind die zu er­war­ten­den So­zi­al­aus­ga­ben (Min­dest­si­che­rung, AMS).

„Kei­ne Ge­weh­re“

Ver­tagt wur­de die Ent­schei­dung über die Öff­nung des Ar­beits­mark­tes, den Schritt will man nur im Gleich­klang mit den EU-Part­nern ge­hen. In der Pres­se­kon­fe­renz mach­te Bun­des­kanz­ler Wer­ner Fay­mann deut­lich, dass Ös­ter­reich, soll­te Deutsch­land die Gren­zen schlie­ßen, nie ge­walt­sam ge­gen Flücht­lin­ge vor­ge­hen wer­de. „Der Fall, dass man Ge­weh­re auf Asyl­wer­ber rich­tet, oh­ne zu prü­fen, ob sie ein Asyl­recht ha­ben, wird es bei uns nie ge­ben.“Mit­ter­leh­ner pflich­te­te dem bei.

Zu den kon­kre­ten Be­schlüs­sen:

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