Mi­nen­feld

Kleine Zeitung Steiermark - - | TRIBÜNE - MICHAEL J UNGWIRTH

Vor zehn und mehr Jah­ren nahm kein ein­zi­ger Po­li­ti­ker den Be­griff „In­te­gra­ti­on“in den Mund. In­te­gra­ti­on war ein gro­ßes Ta­bu, weil es ein Be­kennt­nis zu ei­ner Ein­wan­de­rungs­po­li­tik sug­ge­rier­te, von der man über­haupt nichts wis­sen woll­te.

Glück­li­cher­wei­se hat ein bis­wei­len scherz­haf­tes Um­den­ken statt­ge­fun­den – aus der Er­kennt­nis, dass es von Vor­teil ist, wenn Frem­de, die sich in un­se­rem Land vor­über­ge­hend oder von Dau­er nie­der­las­sen, in un­se­rer Ge­sell­schaft in­te­griert wer­den – statt Ge­fahr zu lau­fen, in ei­ne Par­al­lel­ge­sell­schaft ab­zu­tau­chen. Das ist der Grund, war­um der Zu­gang zum Ar­beits­markt ge­lo­ckert wer­den soll, war­um aber jetzt auch an Schu­len spe­zi­el­le Deutsch-Crash­kur­se an­ge­bo­ten wer­den. ass die Bun­des­re­gie­rung da­mit ein po­li­ti­sches Mi­nen­feld be­tritt, liegt auf der Hand. So woll­te die Ko­ali­ti­on bei der gest­ri­gen Re­gie­rungs­klau­sur partout nichts über die Ge­samt­kos­ten der ge­plan­ten Maß­nah­men sa­gen. Um ja nicht den Neid zu schü­ren, hieß es sinn­ge­mäß. Ein löb­li­cher Vor­satz, der aber kaum auf­geht, weil die Bür­ger das Ma­nö­ver oh­ne­hin durch­schau­en.

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