„12.000 Flücht­lin­ge sind ver­kraft­bar“

LH Her­mann Schüt­zen­hö­fer will Auf­la­gen für Asyl­quar­tie­re ent­schär­fen und denkt an ei­nen Eh­ren­ring für Franz Vo­ves.

Kleine Zeitung Steiermark - - | STEIERMARK- THEMA -

Vi­deo. Der Lan­des­chef im In­ter­view www.klei­ne.at/ stei­er­mark

Herr Lan­des­haupt­mann, der Flücht­lings­strom ist das al­les be­herr­schen­de The­ma. Wir be­treu­en der­zeit fast 7000 Asyl­wer­ber in der Stei­er­mark. In den 1990ern ha­ben wir 18.000 aus den Staa­ten des Bal­kan­krie­ges auf­ge­nom­men. Wie vie­le wer­den es jetzt sein, wie vie­le hält das Land aus? HER­MANN SCHÜT­ZEN­HÖ­FER: Man muss mit Zah­len auf­pas­sen. Auch wenn sich die Stim­mung ins Po­si­ti­ve ge­dreht hat, gibt es je­ne, die fra­gen: ,Wird das nicht zu viel?‘ De­nen sa­ge ich, wir lie­gen in der Stei­er­mark mit ei­ner Aus­län­der­quo­te von 10,5 Pro­zent un­term Ös­ter­reich­schnitt von 13,5. 105.000 der 1,2 Mil­lio­nen Stei­rer sind Aus­län­der. Das sind über­wie­gend Deut­sche, dann Ru­mä­nen oder Bos­ni­er. Wir wer­den bis En­de des Jah­res wohl 5000 zu­sätz­li­che Plät­ze brau­chen. 12.000, das ist für uns ver­kraft­bar.

Trotz­dem ent­ste­hen Ängs­te . . . SCHÜT­ZEN­HÖ­FER: Das ver­ste­he ich. Man­che ha­ben schlech­te Er­fah­run­gen mit Aus­län­dern ge­macht, das ma­chen wir mit In­län­dern auch. Man­che schau­keln die Stim­mung auf. Aber ich gie­ße als Lan­des­haupt­mann nicht Öl ins Feu­er. Ich blei­be bei der Sa­che. Ich bin ent­setzt, wie im­mer über Quo­ten dis­ku­tiert wird. Wie könn­te ich in un­se­rem Wohl­fahrts­staat le­ben und die­sen ver­zwei­fel­ten Men­schen nicht hel­fen? Da müss­te ich den Spie­gel um­dre­hen, muss.

160 der 287 stei­ri­schen Ge­mein­den ha­ben über­haupt kei­ne Flücht­lin­ge auf­ge­nom­men. Wer­den Sie hier den Druck er­hö­hen? SCHÜT­ZEN­HÖ­FER: Ich re­de täg­lich mit Bür­ger­meis­tern und ha­be ge­mein­sam mit So­zi­al­lan­des­rä­tin Do­ris Kam­pus die Be­zirks­haupt­leu­te dar­auf ein­ge­schwo­ren, dass sie hel­fen, neue Quar­tie­re auf­zu­stel­len. Wir müs­sen Flücht­lin­ge in klei­nen Ein­hei­ten un­ter­brin­gen, ich bin ge­gen Großquar­tie­ren. Ich kann Zel­te, Con­tai­ner bei uns nicht ganz aus­schlie­ßen, aber wir soll­ten es bes­ser lö­sen.

Wer­den Sie un­wil­li­ge Orts­chefs zwin­gen, Quar­tie­re ein­zu­rich­ten? SCHÜT­ZEN­HÖ­FER: Es gibt Ge­mein­den, die kön­nen man­gels An­ge­bot kei­ne Flücht­lin­ge auf­neh­men. Wer kann, soll wel­che auf­neh­men. Tut er das nicht, wer­den wir über das Muss noch re­den. Es gibt aber ein Pro­blem: Vie­le Bür­ger­meis­ter ha­ben Quar­tie­re ge­mel­det, die von Flücht­lings­ver­ei­nen nicht an­ge­nom­men wor­den sind, weil sie die Lan­des­auf­la­gen nicht er­fül­len. Die­se Auf­la­gen müs­sen wir lo­ckern. Mir ist lie­ber, es gibt nur in je­dem zwei­ten Zim­mer Bad und Klo, wenn da­für die Men­schen – gera­de jetzt, da der Win­ter kommt – in be­heiz­ten, sau­be­ren Quar­tie­ren sind.

Sie sind Lan­des­haupt­mann ge­wor­den, ob­wohl Ih­re ÖVP bei der

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Die neue Lan­des­re­gie­rung mit drei ganz neu­en Ge­sich­tern brau­che noch Zeit, wer­de aber mit vol­ler Ent­schlos­sen­heit für das Land ar­bei­ten, ist Re­gie­rungs­chef Her­mann Schüt­zen­hö­fer über­zeugt

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