Ei­ne Schatz­kam­mer, ge­füllt

In ei­ner Zeit, in der Nor­men das schöp­fe­ri­sche Hand­werk beim Bau­en ab­lö­sen, ist ein Pro­jekt wie die Gestal­tung des Diö­ze­san­mu­se­ums „Schatz­kam­mer Gurk“ei­ne Aus­nah­me – und wird so selbst zum Ju­wel.

Kleine Zeitung Steiermark - - | BAUEN & WOHNEN -

Al­les be­gann mit ei­nem Wett­be­werb. Der Diö­ze­san­kon­ser­va­tor von Gurk streb­te die Über­sied­lung der um­fang­rei­chen Samm­lung wert­vol­ler Kir­chen­kunst, die bis da­to im Diö­ze­san­mu­se­um in Kla­gen­furt un­ter­ge­bracht war, ins Stamm­haus an. In ei­nem leer­ste­hen­den Erd­ge­schoß, das frü­her wie ein Kel­ler ge­nutzt wur­de, soll­ten die neu­en Aus­stel­lungs­räu­me ent­ste­hen. „Wir fan­den 1000 Qua­drat­me­ter La­ger­räu­me in ei­nem nicht wirk­lich gu­ten Zu­stand vor“, er­in­nert sich Ar­chi­tekt Roland Wink­ler.

Re­stau­ra­to­ren ha­ben die Mau­ern von kos­me­ti­schen Irr­tü­mern be­freit ner ans Werk. Da das Diö­ze­san­mu­se­um Kunst­wer­ke, be­gin­nend mit dem Zei­t­raum, in dem auch der Dom selbst ent­stand, aus­stellt, konn­ten chro­no­lo­gisch da­zu die schwe­ren Ton­nen­ge­wöl­be bis hin zu den spä­ter ent­stan­de­nen Kreuz­ge­wöl­ben frei­ge­legt wer­den. Ge­mein­sam mit dem Diö­ze­san­kon­ser­va­tor wur­de dann auch be­stimmt, dass sich die Aus­stel­lung zeit­gleich mit den Räu­men ent­wi­ckeln soll. „Wir woll­ten den Be­stand, den wir so im­po­sant vor­ge­fun­den ha­ben, lo­gis­tisch rich­tig nut­zen und wert­voll be­han­deln“, be­tont der Ar­chi­tekt und nimmt sein puristisches Vor­ha­ben da­mit schon vor­weg. Mit dem cle­ve­ren Re­zept, das Ma­te­ri­al, das vor der Haus­tü­re wächst, auch als Bau­stoff zu ver­wen­den, trach­te­ten die Pla­ner nach ei­nem gu­ten Er­geb­nis. „Wenn man durch das Gurk­tal fährt, sieht man viel Wald, Wald­be­ar­bei­tungs­be­trie­be und Sä­ge­wer­ke. Wir woll­ten die Res­sour­cen vor Ort nut­zen. Da­her ha­ben wir uns für ro­he, un­be­han­del­te Pfos­ten aus Lär­chen­holz als ein­zi­ges Bau­ma­te­ri­al ent­schie­den. Al­le­samt 320 Zen­ti­me­ter lang, 28 Zen­ti­me­ter breit und vier Zen­ti­me­ter stark“, so Wink­ler. Ein For­mat, das auch den di­cken Mau­ern und schwe­ren Ge­wöl­ben gut die Stirn bie­ten konn­te und das sich als Bo­den eben­so ver­le­gen wie auch als Aus­stel­lungs­sys­tem sta­peln ließ. „Wie sel­ten heu­te mit pu­rem, un­ver­fälsch­tem Holz ge­baut wird, zeig­te die ers­te Re­ak­ti­on des zu­stän­di­gen Pro­fes­sio­nis­ten, des Tisch­lers, der sich qua­si über das ,Brenn­holz‘ nur wun­der­te“, er­in­nert sich Wink­ler. „Wir ha­ben uns mit ihm zu­sam­men­ge­setzt und ge­mein­sam das Bau­kon­zept er­ar­bei­tet“. Mit sehr ein­fa­chen und

Al­les wur­de aus Pfos­ten ge­baut: wie Flö­ße als Bo­den­be­lag und auf­ein­an­der­ge­sta­pelt zu Aus­stel­lungs­pul­ten

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