Ganz schön be­las­tend

Wenn die Schu­le wie­der star­tet, sind die War­te­räu­me von Ju­gend­psych­ia­tern voll. War­um das so ist, er­klärt ein Fach­arzt – und gibt Tipps ge­gen Stress.

Kleine Zeitung Steiermark - - | VITAL & GESUND -

Viel zu tun ha­ben die­ser Ta­ge Kin­der­psych­ia­ter, sehr viel ei­gent­lich. Das Schu­len­de und der Schul­an­fang sind je­ne Pe­ri­oden, in de­nen Her­an­wach­sen­de oft nicht mehr ein und aus wis­sen. Der Grund: Stress, der Angst-, Pa­nik- oder Zwangs­stö­run­gen aus­lö­sen kann. Chris­toph Göttl, Fach­arzt für Kin­der- und Ju­gend­psych­ia­trie in Graz: „Kin­der ent­wi­ckeln da­bei auch ech­te Schulp­ho­bi­en.“ Kind ge­nü­gend Mo­ti­va­ti­on und Auf­merk­sam­keit ver­mit­teln. Das kön­nen Men­schen in der Schu­le oder zu­hau­se sein. Ist kei­ne ech­te Bin­dung vor­han­den, sinkt die Leis­tungs­be­reit­schaft.

Ei­ne wei­te­re Ur­sa­che ist die Last, die sich die El­tern schul­tern. „Wir se­hen die Kin­der heu­te oft nur in Ver­ant­wor­tung von Mut­ter und Va­ter, selbst die Groß­el­tern blei­ben heu­te schon au­ßen vor“, sagt Göttl, der ei­nen Trend zur In­di­vi­dua­li­sie­rung der Klein­fa­mi­lie sieht. Da­her stün­den die El­tern enorm un­ter Druck und den­ken, sie sei­en al­lei­ne für den Er­folg des Kin­des in der Schu­le zu­stän­dig. Viel bes­ser sei es, sich die Ver­ant­wor­tung für den Spröss­ling in der Grup­pe zu tei­len. Göttl: „Die Fra­ge lau­tet: Wer un­ter­stützt die El­tern?“Ha­ben sie nie­man­den, kä­me es häu­fig vor, dass sie ih­ren Stress an das Kind wei­ter­ge­ben. Und der äu­ßert sich dann häu­fig in Kampf, Angst oder Hilf­lo­sig­keit. Was kön­nen ge­stress­te El­tern und Kin­der nun ge­gen das Pro­blem tun? Der Fach­arzt rät zu „So­ci­al Sup­port“als Schutz­fak­tor: Bin­dungs­per­so­nen, die ge­stress­te Men­schen un­ter­stüt­zen. „So hat man das Ge­fühl, nicht al­lei­ne al­les be­wäl­ti­gen zu müs­sen.“Ge­nau­so wich­tig: er­mu­ti­gen­des Feed­back. Göttl: „Ori­en­tie­rung führt zu ver­min­der­tem Stress.“

Der Schul­be­ginn macht vie­len Kin­dern nerv­lich zu schaf­fen – und auch El­tern sind be­trof­fen

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