Ra­di­ka­li­sie­rung

Kleine Zeitung Steiermark - - | TRIBÜNE - STE­FAN WINK­LER

Die Wahl des lin­ken Uto­pis­ten Je­re­my Cor­byn zum Chef der bri­ti­schen La­bour Par­ty ist ein wei­te­res alar­mie­ren­des In­diz da­für, wie sehr die Kri­se Eu­ro­pa ver­än­dert hat und At­hen bis Lon­don zu un­über­seh­ba­ren tek­to­ni­schen Ver­schie­bun­gen in der po­li­ti­schen Ar­chi­tek­tur des Kon­ti­nents führt.

Die ge­mä­ßig­te Mit­te, die bis­her do­mi­nier­te und die die po­li­ti­sche Deu­tungs­ho­heit in­ne­hat­te, bricht in Zei­ten der De­pres­si­on und glo­ba­len Wirr­nis ein, gleich­zei­tig drückt es auf ei­ner Wel­le der Em­pö­rung, des Frusts und der Ve­r­un­si­che­rung wei­ter Be­völ­ke­rungs­tei­le die äu­ßers­ten Rän­der nach oben.

Es ist die St­un­de der po­li­ti­schen Aben­teu­rer, der Schwa­dro­neu­re, Schwär­mer und fal­schen Pro­phe­ten, die so tun, als ob es ein­fa­che Lö­sun­gen für die kom­ple­xen Pro­ble­me gä­be, mit de­nen Eu­ro­pa kon­fron­tiert ist. er Sieg des lin­ken Nost­al­gi­kers Cor­byn bei den La­bour-Ur­wah­len fügt sich ganz in die­ses Bild. Er ist Aus­druck ei­ner Sinn­kri­se, die sich tief in Eu­ro­pas Par­tei­en­land­schaft ge­fres­sen hat und das En­de der Po­li­tik des prag­ma­ti­schen Aus­gleichs mar­kiert, die vie­le Jahr­zehn­te Ga­rant für Wah­l­er­fol­ge in Eu­ro­pa war.

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