Bit­te war­ten

Kleine Zeitung Steiermark - - | ÖSTERREICH -

Hat ei­gent­lich schon je­mand er­rech­net, wie vie­le Mil­lio­nen Eu­ro an Wirt­schafts­leis­tung in War­te­zim­mern bei Ärz­ten ver­ses­sen wer­den? Leis­tung, die nicht er­bracht wer­den kann, weil man kei­nen halb­wegs ge­nau­en Ter­min be­kommt?

Bei­spiel: Neu­lich bat ich mit dem Hin­weis, dass ich viel zu ar­bei­ten hät­te, bei ei­nem Fach­arzt um ei­nen halb­wegs ge­nau­en Ter­min (dass es nicht auf die Mi­nu­te geht, ist eh klar). Die As­sis­ten­tin sag­te, kom­men S’ um 12, da sind S’ gleich dran. Beim Ein­tref­fen um 12 hieß es, ge­hen S’ noch auf ei­nen Kaf­fee, es wird wohl 12.45 wer­den.

Um 12.45 wur­de ich auf „spä­tes­tens 13.15“ver­trös­tet. Ab 13.15 saß ich dann im sti­cki­gen War­te­zim­mer – und war­te­te. Und war­te­te. it Ge­dan­ken á la: Ist die (Ar­beits)Zeit ei­nes Pa­ti­en­ten denn nichts wert? Könn­te man im Com­pu­ter­zeit­al­ter nicht Pro­gram­me schrei­ben, die Pa­ti­en­ten 30 Mi­nu­ten vor dem „Echt­ter­min“per Nach­richt (Whats-App, Mail, SMS etc.) ver­stän­di­gen?

Nun, um 14.15 riss mich der Arzt aus mei­nen Op­ti­mie­rungs­ge­dan­ken. Er kann ja nichts da­für, aber die­ses Sys­tem, das das Zeit­bud­get von Pa­ti­en­ten miss­ach­tet, ist krank. Es bräuch­te al­so ei­nen Arzt, der es heilt. Aber es sitzt wohl in ei­nem Sys­tem­ret­tungs­war­te­zim­mer – und kommt nicht dran.

MSie er­rei­chen den Au­tor un­ter

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.