Uni­k­li­nik­wil­lHun­dert­tau­sen­de Eu­ro von Ärz­ten zu­rück

La­ser­ope­ra­tio­nen am Au­ge: hef­ti­ger Streit um Rech­nun­gen, Hun­dert­tau­sen­de Eu­ro an For­de­run­gen, meh­re­re Ärz­te be­trof­fen – Uni­k­li­nik droht mit Staats­an­walt.

Kleine Zeitung Steiermark - - | STEIERMARK - DIDI HUB­MANN

Seit Mo­na­ten wird ver­han­delt, ge­strit­ten und auch ge­droht: Die Uni­k­li­nik steht im Bann ei­nes Ver­rech­nungs­streits mit meh­re­ren Ärz­ten. Es geht um Hun­dert­tau­sen­de Eu­ro, die bei pri­va­ten Au­gen-La­ser­ope­ra­tio­nen seit Jah­ren falsch ab­ge­rech­net wor­den sein sol­len – und die die Kli­nik jetzt zu­rück­for­dert. Es gilt die Un­schulds­ver­mu­tung.

Meh­re­re Ärz­te hat­ten sich in der Au­gen­kli­nik ein­ge­mie­tet und mit ei­nem von der Kli­nik ge­kauf­ten La­ser au­ßer­halb der Re­gelDi­enst­zei­ten pri­vat ope­riert.

Für bei­de Sei­ten – Ärz­te wie Uni­k­li­nik – war es über die Jah­re ein Mil­lio­nen­ge­schäft. Bis – so zu­min­dest die of­fi­zi­el­le Ver­si­on – bei ei­ner La­ser-Über­prü­fung auf­ge­fal­len war, dass es we­sent­lich mehr Ope­ra­tio­nen ge­ge­ben ha­be, als ab­ge­rech­net wor­den sei­en.

Haupt­vor­wurf: Die Ärz­te hät- ten der Uni­k­li­nik – al­so dem Ver­mie­ter – pro OP im­mer nur den Ta­rif für ein Au­ge und nicht für bei­de Au­gen be­zahlt. Auch wenn sie zwei Au­gen ope­riert hät­ten. Ver­si­che­run­gen/Pa­ti­en­ten sei dann aber sehr wohl der Ta­rif für zwei Au­gen ver­rech­net wor­den.

Aus­sa­ge ge­gen Aus­sa­ge

Ärz­te ar­gu­men­tie­ren da­mit, dass ver­trag­lich fest­ge­hal­ten wor­den sei, dass man an der Kli­nik „pro Ein­griff “zah­le und nicht „pro Au­ge“. Der Ver­trag stam­me aus den 90er-Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts. Da­mals sei noch je­des Au­ge in ge­trenn­ten Ope­ra­tio­nen ge­lasert wor­den. Heu­te wür­den oft bei­de Au­gen in ei­ner Ope­ra­ti­on, al­so in ei­nem ein­zi­gen Ein­griff ope­riert. Und für die­sen ei­nen Ein­griff zah­le man die La­serMie­te für ein Au­ge. Au­ßer­dem wür­den die Ärz­te nicht die dop­pel­te Sum­me für bei­de Au­gen vom Pa­ti­en­ten ver­lan­gen – son- dern rund 2000 Eu­ro für ein Au­ge und et­was über 3000 Eu­ro für zwei Au­gen.

Die Uni­k­li­nik ent­geg­net: Ärz­te müss­ten pro Au­ge zah­len, sie wür­den auch Pa­ti­en­ten „pro Au­ge“zah­len las­sen. „Die Ver­trä­ge be­sit­zen da kei­nen In­ter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum (Kli­nik­lei­tung).“Au­ßer­dem ver­mu­te man La­serMa­ni­pu­la­tio­nen: OP-Da­ten sei­en ge­löscht wor­den.

Wun­den, Kon­flik­te, Fra­gen

Die Ver­hand­lun­gen mit den Ärz­ten lau­fen seit Mo­na­ten und es bre­chen al­te Wun­den auf: Denn es gab auch in­ter­ne Kon­flik­te, die ak­ten­kun­dig sind. Die Kli­nik­lei­tung de­men­tiert je­doch, dass man – wie in­of­fi­zi­ell be­haup­tet wird – ge­ziel­te Hin­wei­se auf ei­nen oder meh­re­re be­trof­fe­ne Ärz­te er­hal­ten ha­be und der Fall erst so ins Rol­len ge­kom­men sei.

Trotz­dem blei­ben Fra­gen of­fen: Gibt es et­wa meh­re­re Ver­trä- ge, weil die Aus­sa­gen der Par­tei­en so un­ter­schied­lich sind? Und: Dass so ope­riert wird (zwei Au­gen in ei­nem Ein­griff ), war seit Jah­ren be­kannt. War­um hat die Uni­k­li­nik in so ei­nem Mil­lio­nen­ge­schäft nicht schon seit Jah­ren ge­nau­er ge­prüft? Da­für brau­che man, sa­gen Fach­leu­te, ein Ver­wal­tungs­sys­tem, das lau­fend kon­trol­liert. Das sei not­wen­dig, wenn sol­che Sum­men im Spiel sei­en. Man hät­te so viel frü­her re­agie­ren und sich den Wir­bel er­spa­ren kön­nen.

Ha­ben al­so die Kon­troll­me­cha­nis­men der Kli­nik ver­sagt? Die Kli­nik­lei­tung weist das ent­schie­den zu­rück: „Nein! Das war tech­nisch nicht an­ders mög­lich. Und wenn man den Ärz­ten die Pa­ti­en­ten an­ver­traut, dann muss man Ärz­ten auch in ge­schäft­li­chen Din­gen ver­trau­en kön­nen.“Fix ist aber: Mit dem Kauf des neu­en La­sers wer­den Abrech­nungs­for­ma­li­tä­ten ge­än­dert.

Hef­ti­ger Kon­flikt an der Uni­k­li­nik. Al­le Sei­ten be­to­nen aber: Pa­ti­en­ten sei­en in keins­ter Wei­se zu Scha­den ge­kom­men

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