Neu­er Po­lit-Macht­kampf um die Graz-Hol­ding

Pi­kan­te De­tails, ku­rio­se Al­li­an­zen, neue Spe­ku­la­tio­nen: Hin­ter­grün­de zum Macht­kampf.

Kleine Zeitung Steiermark - - | GRAZ - DIDI HUB­MANN

Bei der Hol­ding Graz wur­de nach dem Hea­ring das er­war­te­te Vor­stand­s­trio ver­öf­fent­licht: Wolf­gang Ma­lik, Bar­ba­ra Muhr, Gert Heigl. Al­le drei hat­ten den Se­gen von VP/SP. Die ers­te po­li­ti­sche Re­ak­ti­on? Aus­ge­rech­net Mar­ti­na Schröck (SP) und Ma­rio Eustac­chio (FP) pro­pa­gie­ren in sel­te­ner Mei­nungs­al­li­anz neue Macht­ver­hält­nis­se für die gut bi­lan­zie­ren­de Hol­ding Graz. ie Hin­ter­grün­de sind klar: Die VP kann sich ers­tens der Treue von Bar­ba­ra Muhr si­cher sein – die Stadt-VP stand ihr zu­letzt in be­weg­ten Zei­ten schüt­zend zur Sei­te und wird die­se Loya­li­tät zu­rück­for­dern. Das ist po­li­ti­sches Ge­setz al­ler Par­tei­en. Wolf­gang Ma­lik hat ei­nen kla­ren VP-Back­ground. Di­ver­se Hol­ding-Schlüs­sel­stel­len sind mit Ver­trau­ens­leu­ten der VP be­setzt. chröck und Eustac­chio wis­sen al­so, dass sie in der Hol­ding po­li­tisch kei­nen Fuß auf den Bo­den be­kom­men und bei den Ent­schei­dun­gen nur ers­te Rei­he fuß­frei zu­schau­en kön­nen. Genau des­halb wol­len sie Gert Heigl statt Ma­lik zum Vor­stand­svor­sit­zen­den ma­chen. Heigl sitzt aber pi­kan­ter­wei­se auf dem ro­ten Hol­ding-Ti­cket, was für Eustac­chio kein Hin­der­nis ist, wenn es da-

DSrum geht, Wolf­gang Ma­lik aus­zu­he­beln. Schröck wie­der­um holt die Ver­gan­gen­heit ein: Sie hat­te Heigl, den sie jetzt auf das Po­dest hebt, lan­ge Zeit als „nicht fix“im Hol­ding-Vor­stand be­zeich­net. In­ner­par­tei­lich un­ter­stellt man des­halb Schröck, sie ha­be sich da­bei bloß um sich selbst ge­sorgt: für den Fall, dass et­wa Bet­ti­na Voll­ath nach der Land­tags­wahl in Graz lan­de und sie ih­ren Job als Stadt­par­tei­che­fin ver­liert. Schröck, so hieß es, woll­te des­halb ei­nen Platz bei der Hol­ding frei­hal­ten, da­mit sie ih­ren Job be­hal­te. Heu­te dar­auf an­ge­spro­chen sagt sie: „Stimmt al­les nicht. Ich ha­be Heigl da­mit nur schüt­zen wol­len: Denn es kann viel pas­sie­ren, wenn man je­man­den zu früh als fix nennt. Ich fin­de Heigl ex­zel­lent.“Aber: SP-Gran­den hat­ten sich da­mals längst auf Heigl für die Hol­ding ein­ge­schwo­ren, nur des­halb fiel Schröcks Aus­sa­ge über­haupt auf. ass par­tei­po­li­tisch ge­dealt wird, zeigt auch: Die Ener­gie Graz soll nach dem Heigl-Ab­gang zur Hol­ding neu be­setzt wer­den. Ein Kan­di­dat wur­de auch schon als „ge­eig­net“kol­por­tiert. Bloß: Er sitzt auf ei­nem schwar­zen Ti­cket und gilt des­halb schon im Vor­feld als chan-

Dcen­los – die SP sieht den Ener­gie-Pos­ten als „ro­tes“Re­vier. nse­re Ver­öf­fent­li­chung, dass ei­ne Be­ra­te­rin von Bür­ger­meis­ter Sieg­fried Nagl ei­ne sechs­stel­li­ge Rech­nung an die VP-Lan­des­par­tei ge­schickt hat­te, für die es an­geb­lich kei­nen Auf­trag ge­ge­ben ha­be – das be­stä­tigt die Lan­des-VP – sorgt für neue Spe­ku­la­tio­nen. Im Rat­haus er­zählt man sich par­tei­über­grei­fend, dass die Rech­nung jetzt über den Kauf ei­ner Ver­an­stal­tung der Be­ra­te­rin – sie ist de­ren Chef – be­gli­chen wer­den soll. Käu­fer: ei­ne Toch­ter­ge­sell­schaft der Hol­ding. In der Stadt-VP wird wü­tend de­men­tiert („Blöd­sinn!“), man or­tet so­gar ei­ne „Ver­schwö­rung“.

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