Ar­beits­platz „Bau­ern­hof“muss blei­ben

Un­se­re Le­ser ha­ben Ver­ständ­nis für die Pro­tes­te der Bau­ern und plä­die­ren für die För­de­rung klei­ner, land­wirt­schaft­li­cher Struk­tu­ren und für die Si­che­rung ei­ner na­tio­na­len bzw. eu­ro­päi­schen Nah­ver­sor­gung.

Kleine Zeitung Steiermark - - LESER - Dipl.- I ng. Wer­ner Papst, St. Jo­hann ob Ho­hen­burg Jo­sef Rosenberger, Si na­bel­kir­chen

Ich bin zwar kein Land­wirt, kann mich aber durch­aus hin­ein­den­ken und hin­ein­füh­len. Da­her müs­sen die Pro­test­ak­tio­nen bzw. Charme­of­fen­si­ven der Land­wir­te so lan­ge fort­ge­setzt wer­den, bis ei­ne nach­hal­ti­ge und zu­frie­den­stel­len­de Lö­sung für die Land­wir­te ge­fun­den ist. Der Ar­beits­platz „Bau­ern­hof“muss er­hal­ten blei­ben, der ja über die Pro­duk­ti­on von Le­bens­mit­teln hin­aus­geht, al­so nicht nur ein­fach ei­ne „Fa­b­rik“oder ein „Ge­wer­be­be­trieb“ist, den man so zu­sperrt, wenn es nicht mehr geht. (Land­schafts­pfle­ge, Tou­ris­mus usw. ge­hö­ren eben­falls da­zu).

Man müss­te da­her schon zwi­schen in­dus­tri­el­ler Fer­ti­gung von land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ten (Milch, Fleisch usw.) und Bau­ern, so wie ich sie ken­ne, un­ter­schei­den. Nur wenn ich Fleisch „in­dus­tri­ell“züch­te und pro­du­zie­re, bin ich wohl kein Bau­er mehr, son­dern eher ein In­dus­trie­be­trieb, der sich mit Bio­tech­no­lo­gi­en be­schäf­tigt.

So ge­fällt mir bei­spiels­wei­se die Idee der IG Milch mit dem Ein­zug ei­ner Gren­ze von 50.000 Li­tern und ei­nem Min­dest­preis von 50 Cent – und das soll­te mach­bar sein, ich bin aber kein Fach­mann. Je­den­falls soll ei­ne Fa­mi­lie angst­frei le­ben kön­nen und kei­ne Exis­tenz­sor­gen ha­ben müs­sen. Ich zah­le für die Milch im Ge­schäft 90 Cent, wä­re aber durch­aus be­reit, ei­nen hö­he­ren Preis zu zah­len. Bau­ern­ster­ben – na und? Wird sich man­cher den­ken, mei­ne Le­bens­mit­tel kom­men eh aus dem Su­per­markt. Aber Spaß bei­sei­te, war­um macht sich ei­gent­lich nie­mand Ge­dan­ken (we­der Po­li­ti­ker noch Öf­fent­lich­keit), was mit un­se­rer Ver­sor­gung pas­siert, wenn durch ei­ne glo­ba­le Kri­se, ganz gleich wel­cher Art, die Trans­port­we­ge oder die Ener­gie­ver­sor­gung zu­sam­men­bre­chen? Dann ist’s Schluss mit Ki­wi aus Neu­see­land, So­ja aus Ar­gen­ti­ni­en, Fleisch aus Ame­ri­ka, Erd­öl aus Iran oder Ni­ge­ria und Kar­tof­feln aus Ägyp­ten. Die Schluss­fol­ge­rung muss da­her sein: un­ver­züg­li­cher Auf­bau ei­ner ge­si­cher­ten na­tio­na­len bzw. eu­ro­päi­schen Nah­ver­sor­gung. Po­li­ti­ker wacht auf! Ich bin scho­ckiert, un­se­re Bau­ern be­kom­men für das, was sie pro­du­zie­ren, ei­nen er­bärm­li­chen An­teil! Sind die Ver­ant­wort­li­chen denn des Wahn­sinns? Wie sol­len un­se­re Bau­ern – vor al­lem

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