Wür­den gern an­fan­gen DEM­NÄCHST

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR -

Ka­ter­früh­stück gibt es heu­te ab 12 Uhr, im Schau­spiel­haus-Foy­er, 3. Rang. Um 10 Eu­ro wird Früh­stück mit Au­to­ren des Er­öff­nungs­par­cours ser­viert. Mer­lin oder das wüs­te Land: Pre­mie­re am 24. Sep­tem­ber. www.schau­spiel­haus-graz.com lich ist schein­bar harm­lo­ser Small­talk in ein un­be­hag­lich auf­ge­la­de­nes Ge­spräch un­ter Zeit­ge­nos­sen ge­kippt.

Und das, ehe sie über­haupt los­ge­gan­gen sind, die „Grenz­gän­ge“. So lau­tet das Mot­to die­ser Er­öff­nungs­pro­duk­ti­on: 13 Stü­cke von 14 Au­to­ren, die von Eu­ro­pa und von Quibs er­zäh­len, von Hor­vaths Ge­bei­nen und Lie­be und Ar­beit, kurz: ei­ner Ge­gen­wart, der nicht zu ent­kom­men ist. Auf­ge­führt über­all im Haus, in der Tisch­le­rei, im Re­dou­ten­saal, auf der Un­ter­büh­ne. Und ganz oben im Foy­er der Ga­le­rie, wo Jan Brun­ho­eber als Mu­se­ums­wär­ter das ro­te Kri­sen­te­le­fon be­wacht, das einst Jim­my Car­ter und Leo­nid Bre­schnew ver­band. Und das un­ter sei­nem Glas­sturz na­tür­lich läu­tet, weil: Kri­se ist im­mer. „am ap­pa­rat“heißt der kur­ze Mo­no­log von Fer­di­nand Schmalz, sein Dra­ma „do­sen­fleisch“wird in die­ser Sai­son noch in Graz zu se­hen sein.

Det­to Stü­cke wei­te­rer vier Au­to­ren, die für die „Grenz­gän­ge“Tex­te ab­ge­lie­fert ha­ben: Die neue In­ten­dan­tin Iris Lau­fen­berg hat et­wa Wer­ke von Hen­ri­et­te Dus­he, Cle­mens J. Setz, Tho­mas Arzt und Alex­an­dra Ba­dea („Zer­split­tert“: Pre­mie­re am 25. Sep­tem­ber) auf den Spiel­plan ge­setzt.

Ein smar­ter Coup, mit den Kurz­stü­cken der „Grenz­gän­ge“Lust zu ma­chen auf ei­ne Sai­son, die den Schwer­punkt auf zeit­ge­nös­si­sche Dra­ma­tik legt. Dass es der In­ten­dan­tin und ih­rer Chef­dra­ma­tur­gin Kar­la Mä­der mit der Hin­wen­dung zum Au­to­ren­thea­ter ernst ist, zeigt ein wei­te­res Pro­jekt, für das am Ran­de des Er­öff­nungs­fests ge­wor­ben wur­de: Gmein­sam mit uniT wird ein Dra­ma­ti­k­er­fes­ti­val vor­be­rei­tet, das via Crowd­fun­ding (www.we­makeit.com) fi­nan­ziert wird und Au­to­ren aus un­ter­schied­li­chen Kul­tu­ren zum Er­fah­rungs­aus­tausch zu­sam­men­brin­gen will.

Und da es am Thea­ter ja nicht nur um Au­to­ren geht, durf­ten sich am Schluss der Er­öff­nung noch die 21 Mit­glie­der des Schau­spiel­ensem­bles in Sze­ne set­zen – und zei­gen, wie man ganz al­lein in nur ei­ner Selbst­prä­sen­ta­ti­ons­mi­nu­te ei­ne Büh­ne füllt. Viel Schalk und Spiel­freu­de; da wirkt glaub­wür­dig, was auf den Shirts der Platz­an­wei­ser stand: „Ich würd jetzt gern an­fan­gen.“Ein we­nig muss sich Graz noch ge­dul­den: Die ers­te Pre­mie­re, Tank­red Dorsts „Mer­lin oder das wüs­te Land“, ist für 24. Sep­tem­ber an­ge­setzt. Bei­na­me für Wil­helm Holz­bau­er. Der Wie­ner, der 1956 als ei­ner von we­ni­gen den Un­ter­gang der „Andrea Do­ria“über­leb­te und als Ar­chi­tekt zu Ös­ter­reichs Aus­hän­ge­schil­dern zählt, wur­de kürz­lich 85. Wir gra­tu­lie­ren!

Fer­di­nand Schmalz’ Kri­sen­te­le­fon: fern­lüs­ter­ne Lie­bes­schwü­re ins Lee­re

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