Die fet­ten Jah­re ge­hen dem En­de zu I AA I N FRANKFURT MI

In Frankfurt dreht sich auf der IAA wie­der ein­mal al­les um die Zu­kunft des Au­to­mo­bils. Die Her­stel­ler ste­hen un­ter Druck wie nie zu­vor.

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT WOCHENVORSCHAU - GER­HARD NÖHRER

In Deutsch­land wird seit Wo­chen ei­ne gu­te Stim­mung her­bei­ge­schrie­ben. Das ist im­mer so vor der wich­tigs­ten Leis­tungs­schau der Schlüs­sel­in­dus­trie. Kri­sen­sze­na­ri­en sind beim Heim­spiel der deut­schen Au­to­bau­er nicht er­wünscht: Viel­mehr gilt es, Kauf­lust zu schü­ren. Sich vor­zu­stel­len, dass die Au­to­bran­che ernst­haft zu kni­cken be­gin­nen könn­te, mag sich in Deutsch­land nie­mand so recht vor­stel­len.

Brems­spu­ren

In der hei­len Au­to­welt meh­ren sich in­des die Brems­spu­ren. Der Gip­fel scheint über­schrit­ten zu sein. Der Wan­del schrei­tet vor­an.

17.9. Spek­ta­ku­lär. Die Frank­fur­ter IAA, die al­ter­nie­rend mit Pa­ris al­le zwei Jah­re zehn Hal­len und das ge­sam­te Frei­ge­län­de der Mes­se in An­spruch nimmt, ist die größ­te, aber auch wich­tigs­te Au­to­mes­se der Welt. Mot­to „Mo­bi­li­tät ver­bin­det“. 1000 Aus­stel­ler kom­men, an­ge­kün­digt sind nicht we­ni­ger als 200 Welt­pre­mie­ren. Auf­ge­sperrt. In die­ser Wo­che star­ten die ers­ten Aus­stel­lungs­ta­ge für das Fach­pu­bli­kum. Die Pu­bli­kums­ta­ge dau­ern vom 19. bis 27. Sep­tem­ber. Die Ta­ges­kar­te für Er­wach­se­ne kos­tet 12 Eu­ro, an Wo­che­n­en­den 14 Eu­ro. Nä­he­re In­fos: www.iaa.de Die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on, die nicht mehr am Au­to hängt, wird bald zum Pro­blem. Da­zu funk­tio­nie­ren die Märk­te nur be­dingt: Eu­ro­pa ist ausgefischt, in Russ­land steht das Ge­schäft und im Schla­raf­fen­land Chi­na stot­tert der Mo­tor: Fa­tal für die west­li­chen Au­to­bau­er, die am Tropf der Chi­ne­sen hän­gen und dort die Mil­li­ar­den ver­die­nen, die für Di­gi­ta­li­sie­rung und al­ter­na­ti­ve An­trie­be nö­tig sind. Fakt: Das al­te Ge­schäfts­mo­dell neigt sich dem En­de zu.

Die Au­to­her­stel­ler ge­ra­ten im­mer stär­ker un­ter Druck. Kein Trend, kei­ne Ent­wick­lung, kein Bünd­nis darf in Ta­gen wie die­sen ver­säumt wer­den, die Po­li­tik und die Emis­si­ons­wäch­ter aus Brüssel ver­schär­fen die Gan­gart. Bis 2025 müs­sen zwi­schen 20 und 30 Pro­zent al­ler ver­kauf­ten Fahr­zeu­ge elek­trisch oder teil­elek­trisch be­trie­ben wer­den. Die­se Vor­ga­be treibt je­dem Kon­zern­boss den Schweiß auf die Stirn.

Di­gi­ta­le Re­vo­lu­ti­on

Die größ­te Her­aus­for­de­rung ist die di­gi­ta­le Ver­net­zung des Au­tos. „Un­se­re Bran­che und da­mit auch Volks­wa­gen be­fin­den sich mit­ten in ei­ner di­gi­ta­len Re­vo­lu­ti­on“, sagt VW-Vor­stands­chef Mar­tin Win­ter­korn. Die­ses The­ma rü­cken die Ver­an­stal­ter der IAA („Mo­bi­li­tät ver­bin­det“) auch in den Mit­tel­punkt der Mes­se. Erst­mals wird es in Frankfurt mit der „New Mo­bi­li­ty World“ei­ne ei­ge­ne Aus­stel­lungs­flä­che ge­ben. Auf dem Ge­län­de wer­den zu­dem die Mög­lich­kei­ten des au­to­ma­ti­sier­ten Fah­rens ge­zeigt. Rea­lis­tisch könn­te bis 2030 der gro­ße Durch­bruch ge­schafft sein. In­ter­es­sant: Goog­le und Samsung ge­ben sich erst­mals die Eh­re. Die Di­gi­ta­li­sie­rung hat neue, in­no­va­ti­ve Spie­ler auf den Plan ge­ru­fen, die Neu­ein­stei­ger aus dem Si­li­con Val­ley sind an­griffs­lus­tig und zu­meist ka­pi­tal­stark. Noch ist nicht klar, ob sich Soft­ware-Gi­gan­ten wie App­le tat­säch­lich an ein Au­to wa­gen. Um der Be­dro­hung ei­ner Ab­hän­gig­keit bei den Da­ten zu ent­ge­hen, ha­ben BMW, Daim­ler und Au­di kürz­lich den Kar­ten­dienst He­re von No­kia ge­kauft, für 2,8 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Ein Kern­the­ma von Frankfurt

Neu­er Au­di A4 fei­ert eben­so Pre­mie­re

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