Flücht­lin­ge stran­den in Ös­ter­reich

Wäh­rend die Deut­schen nur sehr spär­lich Flücht­lin­ge ins Land las­sen, strö­men wei­ter­hin Tau­sen­de aus Un­garn nach Ös­ter­reich.

Kleine Zeitung Steiermark - - | THEMA - MICHAEL J UNGWIRTH

Ös­ter­reich droht in den nächs­ten Ta­gen zum gro­ßen Flücht­lings­la­ger zu wer­den. Bis­her wur­den die Flücht­lin­ge nach Deutsch­land durch­ge­wun­ken, nun wird Ös­ter­reich zum End­bahn­hof.

Al­lein die gest­ri­gen Zah­len be­le­gen den dra­ma­ti­schen Wan­del. Wäh­rend im Lau­fe des Ta­ges 22.000 Flücht­lin­ge aus Un­garn bei Ni­ckels­dorf und Heiligenkreuz über die Gren­ze ström­ten, tru­del­ten knapp 500 Flücht­lin­ge in München ein. Am Wo­che­n­en­de wa­ren es noch 19.000. We­gen der schar­fen Kon­trol­len durch die deut­schen Be­hör­den bil­de­ten sich an den Gren­zen, et­wa in Su­ben und am Wal­ser­berg, enor­me Staus von bis zu 25 Ki­lo­me­tern.

Mit 24-stün­di­ger Ver­spä­tung zog nun auch die Bun­des­re­gie­rung die Not­brem­se. In ei­nem Eil­ver­fah­ren wur­den 2200 Sol­da­ten zum As­sis­tenz­ein­satz an die Gren­ze zu Un­garn be­or­dert, ga­ben Kanz­ler und Vi­ze­kanz­ler in ei­ner Pres­se­kon­fe­renz be­kannt. Vi­ze­kanz­ler Rein­hold Mit­ter­leh­ner wuss­te zu be­rich­ten, dass die Un­garn ih­re Flücht­lings­la­ger auf­lö­sen und „100.000 Men­schen auf dem Weg nach Ös­ter­reich“sei­en.

Schlag­ab­tausch

Der Ent­schei­dung gin­gen hef­ti­ge in­ner­ko­ali­tio­nä­re De­bat­ten vor­aus. Sonn­tag­nach­mit­tag war In­nen­mi­nis­te­rin Jo­han­na Mik­lLeit­ner mit dem Wunsch nach ei­nem As­sis­tenz­ein­satz beim Ko­ali­ti­ons­part­ner noch ab­ge­blitzt. Am Abend er­höh­te dann die ÖVP den Druck auf die SPÖ, in­dem Au­ßen­mi­nis­ter Se­bas­ti­an Kurz in der ORF-Sen­dung „Im Zen­trum“die For­de­rung öf­fent­lich auf­stell­te. So­zi­al­mi­nis­ter Ru­dolf Hund­stor­fer schloss sich im ORF über­ra­schend dem Wunsch an, mein­te al­ler­dings, die Idee wer­de man erst am Di­ens­tag be­schlie­ßen. Bun­des­kanz­ler Wer­ner Fay­mann de­men­tier­te ges­tern den Wi­ckel, Mikl-Leitner ha­be erst Mon­tag­vor­mit­tag den Ent­wurf ein­ge­bracht.

Kei­ne Pa­trouil­len

Die ers­ten 500 Sol­da­ten sol­len nach An­ga­ben von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ge­rald Klug be­reits heu­te im Grenz­raum ein­tref­fen. Vor­erst sol­len die Sol­da­ten nur den Po­li­zis­ten bei der

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