Gren­ze aus­ge­setzt

Kleine Zeitung Steiermark - - FLÜCHTLINGSKRISE -

Un­ter­künf­ten ge­bracht“, ver­si­chert der bur­gen­län­di­sche Po­li­zei­spre­cher Ge­rald Kol­ler.

Die Be­trof­fe­nen müs­sen durch zwei Schleu­sen. Sie wer­den re­gis­triert und zu den Bus­sen ge­bracht. „Nach Deutsch­land?“, fragt ei­ne jun­ge Mut­ter aus Af­gha­nis­tan die Po­li­zis­tin in ge­bro­che­nem Englisch. „Nein, die Gren­zen sind zu. Sie müs­sen vor­erst in Ös­ter­reich blei­ben“, ver­sucht sie ihr zu er­klä­ren. Un­gläu­big starrt sie auf die uni­for­mier­te Ge­set­zes­hü­te­rin.

Die Bus­se fah­ren ab, ei­ner nach dem an­de­ren. Wäh­rend­des­sen sind klei­ne­re Grup­pen zu Fuß un­ter­wegs, Rich­tung Fürs­ten­feld, Jen­ners­dorf, Graz. Sie al­le ha­ben ein Ziel: Deutsch­land. Die Po­li­zis­ten las­sen sie zie­hen. Nie­mand wird kon­trol­liert, nie­mand zum Sam­mel­platz zu­rück­ge­schickt. Pri­va­te Au­to­fah­rer und Tax­ler zei­gen ih­re Hilfs­be­reit­schaft und brin­gen Flücht­lin­ge, die von der Rou­te ab­ge­kom­men sind, zum Treff­punkt in Heiligenkreuz.

An­sturm ab 0 Uhr?

Rund 4000 Flücht­lin­ge wer­den ab­trans­por­tiert. Hun­der­te kom­men nach Graz (sie­he rech­te Spal­te). Am spä­te­ren Nach­mit­tag ist der Sam­mel­platz leer. „Die La­ge ist jetzt vor­erst ru­hig“, sag­te Po­li­zei-Pres­se­spre­cher Kol­ler ges­tern Abend, „doch Ent­war­nung gibt es noch kei­ne. Mög­li­cher­wei­se steht uns in den nächs­ten St­un­den und Ta­gen ein wei­te­rer An­sturm be­vor.“Denn ab Mit­ter­nacht gel­ten in Un­garn die ver­schärf­ten Ge­set­ze.

Der Druck wächst

Die Be­hör­den schät­zen, dass in den nächs­ten Ta­gen wei­te­re 10.000 Flücht­lin­ge nach Ös­ter­reich drän­gen wer­den. Ges­tern führ­te man Tau­sen­de mit Bus­sen in „Wart­schlei­fen“, bis die Quar­tie­re (auch je­ne in Graz) fer­tig ein­ge­rich­tet wa­ren, da­mit sie nicht selbst los­mar­schier­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.