Ver­kehr in Salz­burg kol­la­biert

Wie vor 20 Jah­ren: Die deut­sche Po­li­zei be­setz­te am Mon­tag den Grenz­über­gang Saa­la­ch­brü­cke.

Kleine Zeitung Steiermark - - | THEMA - CHRIS­TOPH REI­SER, SALZ­BUR­GER NACH­RICH­TEN

Für Salz­burg be­deu­te­te die Ber­li­ner Kehrt­wen­de in der Flücht­lings­po­li­tik am Mon­tag zum Schul­be­ginn den Zu­sam­men­bruch des in­ner­städ­ti­schen Ver­kehrs. Auf dem Grenz­über­gang Saa­la­ch­brü­cke war be­reits in der Nacht die deut­sche Bun­des­po­li­zei auf­mar­schiert. Die Be­am­ten sperr­ten ei­ne Fahr­spur der 2004 breit aus­ge­bau­ten Brü­cke, der Grenz­ver­kehr quäl­te sich nun über die ver­blie­be­ne Spur. Die An­fahrts­zeit be­trug ei­ne St­un­de, der Stau reich­te zu­rück bis in die In­nen­stadt. Die Au­to­fah­rer er­tru­gen es mit Fas­sung, et­was an­de­res blieb ih­nen auch nicht üb­rig, es gab kei­ne Al­ter­na­ti­ven. Der Zug­be­trieb war pha­sen­wei­se ein­ge­stellt, die Li­ni­en­bus­se stan­den im Stau. Ei­ni­ge nah­men ei­nen ki­lo­me­ter­lan­gen Fuß­marsch in Kauf, vom Bahn­hof Frei­las­sing aus steu­er­ten hän­gen ge­blie­be­ne Pas­sa­gie­re die Gren­ze an, auf den Roll­kof­fern kleb­ten noch Zet­tel des Münch­ner Flug­ha­fens.

Auf der Saa­la­ch­brü­cke nah­men zwei Bun­des­po­li­zis­ten Fahr­zeu­ge in Au­gen­schein und lei­te­ten ver­däch­ti­ge Au­tos wei­ter an ih­re Kol­le­gen. Am Brü­cken­kopf hat­te rund ein Dut­zend Po­li­zis­ten Stel­lung be­zo­gen, hek­tisch ging es dort nicht im­mer zu. Die Be­am­ten fan­den zwi­schen­durch Zeit für ei­ne Jau­se. Die äl­te­ren Au­to­fah­rer fühl­ten sich in­des an die frü­hen 1990er-Jah­re zu­rücke­rin- nert, als Ös­ter­reich noch nicht EU-Mit­glied war und an den Gren­zen ri­go­ros kon­trol­liert wur­de. An­ders als heu­te wur­den aber kei­ne Men­schen ge­schmug­gelt, son­dern Jo­ghurt und But­ter, die in Deutsch­land viel bil­li­ger wa­ren als in Ös­ter­reich. Am Mon­tag kon­trol­lier­ten die Bun­des­po­li­zis­ten aber nur in Ein­zel­fäl­len Päs­se: An­ge­hal­ten wur­den Kas­ten­wa­gen, Ta­xis mit In­sas­sen und Fahr­zeu­ge mit ru­mä­ni­schen oder un­ga­ri­schen Kenn­zei­chen.

Wir­kungs­voll zeig­ten sich aber vor al­lem die Kon­trol­len in den Zü­gen. In Frei­las­sing hol­te die Bun­des­po­li­zei rund 500 Flücht­lin­ge aus den Zü­gen. We­gen die­ser ri­go­ro­sen Kon­trol­len wur­den die Rail­jet- und Eu­ro­ci­ty-Zü­ge nach Deutsch­land im­mer wie­der in Salz­burg ge­stoppt. Die deut­sche Po­li­zei kon­trol­lier­te bis zu 50 Mi­nu­ten, die Zü­ge muss­ten so lan­ge in Frei­las­sing hal­ten. Selbst der Gü­ter­ver­kehr war blo­ckiert.

Zeit­gleich mit dem Über­gang Saa­la­ch­brü­cke kon­trol­lier­te die Bun­des­po­li­zei auch beim Au­to­bahn­grenz­über­gang Wal­ser­berg. Et­wa drei Ki­lo­me­ter nach der

900 der 1000 Flücht­lin­ge, die die Nacht in der Tief­ga­ra­ge des Haupt­bahn­hofs ver­bracht ha­ben, be­fan­den sich auch am Nach­mit­tag noch in Salz­burg

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