Der Bal­kan­rou­te

Kleine Zeitung Steiermark - - FLÜCHTLINGSKRISE - SER­BI­EN GRIE­CHEN­LAND

Nach Schät­zun­gen des UNOFlücht­lings­hilfs­werks UNHCR hal­ten sich „zu je­dem ge­ge­be­nen Zeit­punkt“et­wa 12.000 Flücht­lin­ge in Ser­bi­en auf – Zah­len von um die 50.000, wie sie am Sonn­tag kur­sier­ten, kann nie­mand be­stä­ti­gen. Durch die Schlie­ßung der un­ga­ri­schen Gren­ze er­war­tet Bel­grad al­ler­dings ei­nen um 20 Pro­zent hö­he­ren Zustrom von Flücht­lin­gen; al­lein am Sonn­tag tra­fen 3500 Men­schen aus Ma­ze­do­ni­en ein. An der Po­li­tik der of­fe­nen Gren­ze will die Re­gie­rung aber trotz­dem fest­hal­ten, sag­te Pre­mier Aleksan­dar Vucˇic´. So­zi­al­mi­nis­ter Aleksan­dar Vu­lin kün­dig­te die Er­rich­tung von vier neu­en, vor­über­ge­hen­den Auf­nah­me­zen­tren an der Nord­gren­ze an. „Die Men­schen wer­den sich län­ger in Ser­bi­en auf­hal­ten als bis­her“, so Vu­lin. Of­fen­bar rech­net Bel­grad da­mit, dass vie­le Flücht­lin­ge in den nächs­ten Ta­gen über die kroa­ti- Auf den In­seln na­he der tür­ki­schen Küs­te wird jetzt flot­ter re­gis­triert. „Der Ruck­sack wird ab­ge­baut“, sagt ei­ne Spre­che­rin des UN-Flücht­lings­hilfs­werks in At­hen. Nach dem En­de der Ur­laubs­sai­son sind Fäh­ren wie­der frei und wer­den von der Re­gie­rung ge­char­tert, um Flücht­lin­ge nach At­hen oder nach Sa­lo­ni­ki zu brin­gen. Von dort rei­sen die sche Gren­ze aus­wei­chen wer­den, wenn die un­ga­ri­sche un­pas­sier­bar wird. Die Re­gie­rung hat die La­ge nach ei­ge­nen An­ga­ben un­ter Kon­trol­le und bie­tet Ver­sor­gung, Rechts­be­ra­tung und me­di­zi­ni­sche Hil­fe. In­nen­po­li­ti­schen Druck zur Schlie­ßung der Gren­ze gibt es kei­nen. Auch in der Öf­fent­lich­keit ist der Flücht­lings­strom kein gro­ßes The­ma. Bel­grad hofft auf Mit­tel der EU und ap­pel­liert, in Be­ra­tung und In­for­ma­ti­on stär­ker ein­be­zo­gen zu wer­den. Seit Ta­gen lässt die un­ga­ri­sche Re­gie­rung auf der ser­bi­schen Sei­te Flug­blät­ter ver­tei­len, die über die neu­en Be­stim­mun­gen in­for­mie­ren. Weil Bu­da­pest Ser­bi­en gleich­zei­tig zum „si­che­ren Dritt­land“er­klärt hat, müs­sen Flücht­lin­ge da­mit rech­nen, über die Gren­ze nach Ser­bi­en zu­rück­ge­scho­ben zu wer­den. Am Wo­che­n­en­de ka­men um die 10.000 Men­schen aus Ser­bi­en in Un­garn an. An­kom­men­den wei­ter nach Nor­den, was sich in den ho­hen Über­tritt­zah­len nach Ma­ze­do­ni­en nie­der­schlägt. Von 258.000 Men­schen, die seit Jah­res­be­ginn über die Ägä­is nach Grie­chen­land ge­kom­men sind, ha­ben nur et­wa 7500 ei­nen Asyl­an­trag ge­stellt. Rück­schie­bun­gen aus Deutsch­land nach dem Du­blinAb­kom­men sind aus­ge­setzt.

der Nacht auf Frei­tag sol­len 7600 Men­schen aus Grie­chen­land ge­kom­men sein

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