Mo­ney for not­hing

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT - ERNST SIT­TIN­GER

Die Wirt­schafts­welt blickt nach Ame­ri­ka: Kommt der Zins­schritt end­lich, oder zö­gert man ihn wei­ter hin­aus? Letz­te­res wä­re ein In­diz für den „heim­li­chen Ab­wer­tungs­wett­lauf “, der so­wie­so längst zwi­schen dem Eu­ro und dem Dol­lar pas­siert. Mot­to: Je schwä­cher die ei­ge­ne Wäh­rung, des­to bes­ser für die hei­mi­sche Ex­port­wirt­schaft.

Denn auch wenn die „Mu­si“der­zeit in Ame­ri­ka spielt, soll­te man den Blick nach Frankfurt zur Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank nicht ver­ges­sen. Dort be­tä­tigt sich EZB-Chef Ma­rio Draghi seit ei­nem hal­ben Jahr als größ­ter Geld­dru­cker der Ge­schich­te. Al­lein in der Vor­wo­che kauf­te die EZB Staats­an­lei­hen um 13,02 Mil­li­ar­den Eu­ro auf.

Die nie da ge­we­se­ne Geld­flut soll­te die Kre­dit­ver­ga­be der Ban­ken und die In­fla­ti­on an­hei­zen. Bis­he­ri­ger Er­folg: Fehl­an­zei­ge. Wird Drag­his Plan noch auf­ge­hen? Ist es nicht so, dass die ge­sät­tig­te Wirt­schaft Eu­ro­pas auf Sicht ein­fach kei­ne Preis­stei­ge­rung mehr zu­sam­men­bringt? Schon jetzt hört man in den Frank­fur­ter Ku­lis­sen Stim­men rau­nen, dass Draghi sein EZB-Zau­ber­stück wo­mög­lich über den ge­plan­ten End­ter­min Sep­tem­ber 2016 hin­aus ver­län­gert. ie Ri­si­ken sind groß: Ak­ti­en- und Im­mo­bi­li­en­prei­se stei­gen, Bla­sen ent­ste­hen, das staat­li­che Schul­den­ma­chen wird be­lohnt. Und das wo­mög­lich oh­ne po­si­ti­ven Ef­fekt. Wie hieß es bei den Di­re Straits? „Mo­ney for not­hing!“

DSie er­rei­chen den Au­tor un­ter

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