La­ge in Süd­bur­gen­land hat sich vor­erst ent­spannt

Bis ges­tern Nach­mit­tag über­quer­ten nur rund 600 Flücht­lin­ge die Gren­ze in Heiligenkreuz.

Kleine Zeitung Steiermark - - FLÜCHTLINGSKRISE - HANS BREITEGGER, THO­MAS PLAUDER

fen. Er zeigt ihn so­fort her. „Als Be­weis.“Über die Nach­rich­ten­la­ge kur­sie­ren un­ter den Flücht­lin­gen vie­le Ge­rüch­te, wer kann, in­for­miert sich per Smart­pho­ne.

Auch As­sad hat ge­hört, dass Deutsch­land sei­ne Gren­zen dicht­macht. Doch Sor­gen ma­che ihm das nicht, Sy­rer sol­len ja trotz­dem Asyl be­kom­men. War­um er gera­de dort­hin will, er­klärt er so: „Ich ha­be ei­nen Freund, der vor drei Jah­ren mit Vi­sum ein­ge­wan­dert ist. Er kann mir Le­bens­art und Kul­tur zei­gen, das ist wich­tig, um wirk­lich an­zu­kom­men.“An­kom­men im Land von Mer­kel und Fuß­ball, wo ein neu­es, bes­se­res Le­ben win­ken wür­de. HEILIGENKREUZ. Di­ens­tag­abend, ein Lo­kal­au­gen­schein im Süd­bur­gen­land: Be­reits in der Nacht auf Mon­tag und im Lau­fe des Vor­mit­tags wa­ren in Heiligenkreuz rund 4000 Flücht­lin­ge von Un­garn nach Ös­ter­reich ge­kom­men. Sie wur­den mit Bus­sen in Not­quar­tie­re nach Graz und in an­de­re Bun­des­län­der ge­bracht. In der Nacht auf Di­ens­tag be­fürch­ten die Be­hör­den ei­ne Zu­spit­zung der La­ge, zu­mal in Un­garn ver­schärf­te Maß­nah­men in Kraft tre­ten wür­den.

Po­li­zei, Ro­tes Kreuz, Feu­er­wehr, Bun­des­heer sind ge­rüs­tet. Bau­pio­nie­re stel­len 28 Mann­schafts­zel­te auf. „Für den Fall des Fal­les“, be­merkt Ma­jor Mar­tin Jaidl vom Mi­li­tär­kom­man­do Bur­gen­land. „Ein Wit­te­rungs­schutz, wenn not­wen­dig.“

Doch der gro­ße Flücht­lings­strom bleibt dies­mal aus. Die Grup­pen, die in Heiligenkreuz ein­tref­fen, sind über­schau­bar. Zu Fuß mar­schie­ren sie nach Ös­ter­reich, wo sie vom Ro­ten Kreuz ver­sorgt wer­den. „Es sind Flücht­lin­ge aus Sy­ri­en, Af­gha­nis­tan, Irak. Sie wur­den in Un­garn ein­ge­sam­melt, in Bus­se ge­setzt und an der Gren­ze wie­der aus­ge­la­den“, stel­len zwei Dol­met­scher fest.

Rot­kreuz-Mit­ar­bei­ter ver­sor­gen die An­kömm­lin­ge mit Le- bens­mit­teln und Woll­de­cken. Un­ter­stützt wer­den sie da­bei von Hel­fern aus dem Groß­raum Graz, die zu­vor via Face­book zu ei­ner De­cken­samm­lung auf­ge­ru­fen ha­ben. Im Kon­voi brach­ten die Hel­fer die Woll­de­cken zum Sam­mel­platz.

„Die Hilfs­be­reit­schaft ist groß“, sagt die Leh­re­rin Lis­beth Wach­mann aus Kuk­mirn, die beim Ro­ten Kreuz als frei­wil­li­ge Hel­fe­rin tä­tig ist. „Das be­rei­tet uns mit­un­ter auch Sor­gen. Pri­va­te Hel­fer stel­len die Sä­cke mit al­len mög­li­chen Hilfs­gü­tern ein­fach hier ab, die Flücht­lin­ge neh­men sich, was sie brau­chen kön­nen, und las­sen al­les an­de­re lie­gen. Wir sind den gan­zen Tag mit dem Ein­sam­meln von halb lee­ren Sä­cken be­schäf­tigt.“Und über­haupt: Die La­ger in Heiligenkreuz sei­en der­zeit voll. Man ha­be, was man be­nö­ti­ge.

Nach ei­ner Ver­schnauf­pau­se auf dem Sam­mel­platz wer­den die Flücht­lin­ge von der Po­li­zei re­gis­triert – laut Po­li­zei­spre­cher Ge­rald Kol­ler rund 600 – und da­nach nach Ober­wart ge­bracht. Dort wur­de im Mes­se­zen­trum ein Not­quar­tier für sie ein­ge­rich­tet.

Die La­ge an der Gren­ze in Heiligenkreuz hat sich ent­spannt.

Der 21-jäh­ri­ge As­sad war­tet in Ni­ckels­dorf wie Hun­der­te an­de­re auf sei­ne Wei­ter­rei­se

Vie­le Kin­der sind bei der Nach­tan­kunft in Heiligenkreuz da­bei

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