Schlag ge­gen die Ca­mor­ra

Ma­fio­si-Fa­mi­lie im Vi­sier der Po­li­zei: 44 Fest­nah­men in Nea­pel.

Kleine Zeitung Steiermark - - | INTERNATIONAL -

Ita­lie­ni­sche Ein­satz­kräf­te ver­mel­de­ten ges­tern im ma­fia­ge­plag­ten Sü­den Ita­li­ens ei­nen Er­folg im Kampf ge­gen das or­ga­ni­sier­te Ver­bre­chen: Ins­ge­samt 44 Per­so­nen, die un­ter Ver­dacht ste­hen, der Ca­mor­ra an­zu­ge­hö­ren oder die­ser zu­zu­ar­bei­ten, wur­den Po­li­zei­an­ga­ben zu­fol­ge fest­ge­nom­men.

Fünf Spiel­hal­len in meh­re­ren Städ­ten wur­den zwangs­wei­se ge­schlos­sen und 3200 Vi­deo­po­ker­und an­de­re Glücks­spiel­ge­rä­te be­schlag­nahmt. Au­ßer Mit­glie­dern der Ca­mor­ra, die mit der Ma­fia ver­gleich­bar ist, sind un­ter den Fest­ge­nom­me­nen auch ein nam­haf­ter Jo­ckey, der in Wett­ma­ni­pu­la­tio­nen ver­wi­ckelt sein soll.

Die Ak­ti­on rich­te­te sich den Be­rich­ten zu­fol­ge in ers­ter Li­nie ge­gen die Fa­mi­lie Rus­so, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im­mer stär­ker die Füh­rung des so­ge­nann­ten Ca­sa­le­si-Clans in der Pro­vinz Ca­ser­ta über­nom­men hat­te. Des­sen frü­he­rer Boss Fran­ces­co Schia­vo­ne, ali­as „San­do­kan“, sitzt ei­ne le­bens­lan­ge Haft­stra­fe ab.

Die Ca­mor­ra ist in den süd­ita­lie­ni­schen Pro­vin­zen Nea­pel und Ca­ser­ta be­hei­ma­tet, ope­riert aber längst welt­weit. Sie ist un­ter an­de­rem im Dro­gen­han­del, Glücks­spiel und der il­le­ga­len Müll­ent­sor­gung tä­tig. In Nea­pel hat die kri­mi­nel­le Ge­walt in jüngs­ter Zeit wie­der stark zu­ge­nom­men. „Ba­by-Gangs“, Ju­gend­ban­den, die un­ter­ein­an­der um Ein­fluss­zo­nen kämp­fen, lie­fern sich dort wil­de Schie­ße­rei­en. Da­bei ge­ra­ten im­mer wie­der auch Un­be­tei­lig­te ins Kreuz­feu­er und ver­lie­ren oft­mals ihr Le­ben.

Fest­nah­me am Strand

Erst vor et­was mehr als ei­nem Mo­nat war der Po­li­zei ein Boss der Ca­mor­ra ins Netz ge­gan­gen. Gi­u­sep­pe Amen­do­la hat­te da­mals ein Fe­ri­en­ap­par­te­ment in dem klei­nen Ba­de­ort Tor­vaia­n­i­ca süd­lich von Rom ge­mie­tet, um dort ei­ni­ge Ta­ge mit sei­ner Fa­mi­lie zu ver­brin­gen. Der Pep­pe ‘o Guaglio­ne (Pep­pe der Bur­sche) ge­nann­te Chef des Clans der Con­ti­ni-Lic­ci­ar­di wur­de seit 2012 von der Po­li­zei ge­sucht. Er stand bis da­hin auf der Lis­te der ge­fähr­lichs­ten Ver­bre­cher Ita­li­ens. Nach ei­ni­gen St­un­den Son­nen­bad klick­ten für ihn je­doch Mit­te Au­gust die Hand­schel­len.

Ein Mit­glied der Rus­so-Fa­mi­lie wird von den Ca­ra­bi­nie­ri ab­ge­führt

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