Die ei­nen sind gut, die an­de­ren bö­se

Ob es mo­ra­li­sche Si­cher­heit bei der Auf­nah­me von Flücht­lin­gen gibt? Oder in der Zahl, wie vie­le kom­men kön­nen?

Kleine Zeitung Steiermark - - | INTERNATIONAL - VON MENSCH ZU MENSCH CA­RI­NA KERSCH­BAU­MER

Wer gut und wer schlecht ist, kann der­zeit se­kun­den­schnell be­ant­wor­tet wer­den. Gut ist, wer Flücht­lin­ge mit of­fe­nen Ar­men emp­fängt. Schlecht ist, wer die Auf­nah­me of­fen oder ins­ge­heim ab­lehnt. Oder nur ei­ni­ge Zehn­tau­send auf­neh­men möch­te. Ein Grund, war­um sich der­zeit man­che schlecht füh­len müs­sen. Weil sie sich an­ge­sichts über­füll­ter Bahn­hö­fe fra­gen, wie die Ver­sor­gung Zehn­tau­sen­der funk­tio­nie­ren wer­de. Wie frag­te ei­ne Leh­re­rin die Bil­dungs­mi­nis­te­rin? Wie wird das al­les funk­tio­nie­ren, wenn be­reits bis­lang für die In­te­gra­ti­on Mit­tel fehl­ten?

Aber ist die Ein­tei­lung in Gut und Bö­se wirk­lich so ein­fach? Mo­ra­li­sche Si­cher­heit gibt es be­kannt­lich kei­ne. Sie zu un­ter­stel­len, schrieb Ador­no, wä­re schon un­sitt­lich. Ja, na­tür­lich gibt es sie den­noch, ei­ne mo­ra­li­sche Si­cher­heit im Han­deln. Wer wird nicht hel­fen, wenn vor der Haus­tü­re ein ver­hun­gern­der Mensch liegt? Was aber ist der Un­ter­schied zu je­nen Mil­lio­nen, die an Man­gel­er­näh­rung oder we­gen feh­len­der me­di­zi­ni­scher Ver­sor­gung ster­ben? Es gibt kei­nen. Nur dass das Leid die­ser Kin­der, Frau­en, Män­ner nicht ge­se­hen wird. ie Flücht­lin­ge, die jetzt kom­men, wer­den ge­se­hen. Aber das Elend von Mas­sen löst auch Ohn­machts­ge­füh­le aus. Und die­se lö­sen Angst aus. Ei­ne

DAngst, die we­der gut noch bö­se ist. Aber es ist ei­ne, die ernst ge­nom­men wer­den muss und kla­re Ant­wor­ten er­for­dert. Wie je­ne über die Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät ei­nes Lan­des. Oder je­ne auf die be­sorg­ten Zwei­fel vie­ler Men­schen, ob die In­te­gra­ti­on ex­trem he­te­ro­ge­ner Völ­ker­grup­pen oh­ne so­zia­le Kon­flik­te mach­bar sein wird. Was da kei­ne Ant­wort ist? Sol­che Zweif­ler re­flex­ar­tig ins frem­den­feind­li­che Eck zu ver­ban­nen.

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