ZUR PER­SON

Heu­te Abend er­folgt die Ver­lei­hung der Kunst- und Kul­tur­för­de­rungs­prei­se „Ma­ece­nas Stei­er­mark 2015“. Ge­stal­tet hat sie Evelyn Lo­s­chy.

Kleine Zeitung Steiermark - - STEIERMARK - FRANZ BRUG­NER

Die Ge­mein­de Rohr in der Nä­he von Hartberg scheint auf kei­ner künst­le­ri­schen Land­kar­te auf. Das könn­te sich aber bald än­dern, ist doch die Mul­ti­me­dia-Künst­le­rin Evelyn Lo­s­chy vor Kur­zem wie­der an den Ort ih­rer Kind­heit zu­rück­ge­zo­gen. Die 35-jäh­ri­ge Ab­sol­ven­tin der Wie­ner Kunst­aka­de­mie kann sich am el­ter­li­chen An­we­sen räum­lich ent­fal­ten: Die Dop­pel­ga­ra­ge prä­sen­tiert sich als Bau­stel­le.

Die Guss­werk­statt ist aber schon so weit fer­tig ein­ge­rich­tet, dass die Bild­haue­rin dar­in ih­re vier iden­ten Ma­ece­nas-Skulp­tu­ren fi­na­li­sie­ren konn­te. Über de­ren Aus­se­hen hüllt sich Lo­s­chy in Schwei­gen. „Ich darf vor der Ver­lei­hung nichts ver­ra­ten“, be­tont Evelyn Lo­s­chy, ge­bo­ren 1980 in Graz, auf­ge­wach­sen in Un­ter­rohr, ab­ge­bro­che­nes Thea­ter­wis­sen­schafts­stu­di­um, TV-Re­dak­teu­rin, 2013 Ab­schluss ih­res Stu­di­ums „Trans­me­dia­le Kunst“bei Bri­git­te Ko­wanz an der Aka­de­mie der bil­den­den Küns­te Wi­en. der red­se­li­ge Blond­schopf und kneift da­bei sei­ne Lip­pen zu­sam­men. Lo­s­chy gibt nur preis: „Je­des Stück ist neun Ki­lo schwer und 35 Zen­ti­me­ter hoch.“

Wer mit Lo­s­chys künst­le­ri­scher Hand­schrift ver­traut ist, liegt nicht falsch, wenn er auf ei­ne ki­ne­ti­sche Skulp­tur, be­ste­hend aus ei­nem Mix aus Ei­sen, Ni­ros­ta und Kunst­harz tippt.

Sie ver­su­che, so Lo­s­chy, die psy­chi­schen und phy­si­schen Aus­wir­kun­gen des Leis­tungs­an­spruchs der Kon­sum­ge­sell­schaft auf das In­di­vi­du­um zum Aus­druck zu brin­gen. „Mich in­ter­es­siert pri­mär das mensch­li­che Ver­hal­ten“, sagt sie mit star­ker Dia­lekt­ein­fär­bung. „Ich ha­be wäh­rend des Stu­di­ums mein Stoas­tei­risch nicht ab­ge­legt.“Ih­re Wur­zeln hat Lo­s­chy auch bei Stu­di­en­auf­ent­hal­ten in Ams­ter­dam und Berlin nie ver­leug­net.

Oh­ne sich an gro­ßen Künst­ler­per­sön­lich­kei­ten ori­en­tie­ren zu wol­len, nennt Lo­s­chy spon­tan zwei Vor­bil­der: Loui­se Bour­geois und Ber­lin­de de Bruy­cke­re. „In de­ren Ar­bei­ten spürt man ei­ne emo­tio­na­le Tie­fe, ei­ne scho­nungs­lo­se Ent­blö­ßung und ei­ne ra­di­ka­le Kom­pro­miss­lo­sig­keit.“Die­se Tu­gen­den be­müh­te sich Lo­s­chy auch in ih­ren Ma­ece­n­asSkulp­tu­ren um­zu­set­zen.

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