Me­di­zi­ni­sche Spit­zen­leis­tung

Am UKH und Unik­li­ni­kum Graz wur­de in fast hoff­nungs­vol­len Fäl­len ge­hol­fen: nach Läh­mungs­er­schei­nun­gen und Kno­chen­krank­heit.

Kleine Zeitung Steiermark - - GRAZ - DH

UKH Graz. Den For­st­ar­bei­ter aus Kai­n­ach hat­te es schlimm er­wischt: Ein schwe­rer Baum­stamm hat­te ihn am Kopf ge­trof­fen, die Ver­let­zun­gen wa­ren mas­siv – Riss­quetsch­wun­de am Kopf, Ver­ren­kungs­bruch zwi­schen dem 7. Hals­wir­bel­kör­per und dem 1. Brust­wir­bel­kör­per. Die Ver­schie­bung lag bei mehr als 50 Pro­zent, da­durch kam es zu ei­ner Qu­et­schung des Rü­cken­marks. Die Kon­se­quenz: Läh­mung bei­der Bei­ne so­wie des Mast­darms und der Bla­se.

Der Roll­stuhl droh­te, die Chan­cen stan­den laut Aus­sa­ge der Ärz­te nicht gut. In ei­ner schwie­ri­gen Ope­ra­ti­on – sie dau­er­te mehr als fünf St­un­den – konn­ten ihm die Ärz­te Fried­rich Wie­ser und Gün­ter Kohr­gru­ber mit dem UKH-Team aber hel­fen. Der Pa­ti­ent wur­de am Über­gang der Hals­wir­bel­säu­le zur Brust­wir­bel­säu­le „von vor­ne und hin­ten sta­bi­li­siert“, wie es die Me­di­zi­ner aus­drück­ten. Beim rech­ten Bein gin­gen die Läh­mungs­er­schei­nun­gen schnel­ler zu­rück, das lin­ke „blieb an­fäng­lich ge­lähmt“. Aber jetzt konn­te der Pa­ti­ent doch wie­der die ers­ten Schrit­te ma­chen. Uni­k­li­nik Graz. Ei­ne sen­sa­tio­nel­le me­di­zi­ni­sche Leis­tung gibt es auch von der Uni­k­li­nik zu ver­mel­den: Ei­nem 19-jäh­ri­gen Sport­ler wur­de das Knie­ge­lenk ge­ret­tet – dank ei­ner auf­wen­di­gen Dop­pel­t­rans­plan­ta­ti­on von Ei­genk­nor­pel und Fremd­kno­chen.

Er litt an ei­ner Kno­chen­er­kran­kung, bei der Ge­lenk­kno­chen und Knor­pel im Knie, Ell­bo­gen oder Sprung­ge­lenk ab­ster­ben. Er hat­te die Er­kran­kung im End­sta­di­um, das Knie war nicht mehr zu ret­ten. Es brauch­te zwei „kom­ple­xe chir­ur­gi­sche Ein­grif­fe“, wie Ge­rald Gruber, der die Sport­or­tho­pä­die und Ge­lenk­chir­ur­gie am Kli­ni­kum Graz lei­tet, er­klär­te. Knor­pel wur­de aus dem Knie ent­nom­men, im La­bor wei­ter­ge­züch­tet und ge­nau­so wie ein Spen­der­kno­chen ein­ge­setzt – so konn­te man den „Ein­bau“ei­nes künst­li­chen Ge­lenks ver­mei­den. Dem Pa­ti­en­ten geht es gut.

Knie okay: Jo­han­nes und Ge­rald Gruber von der Uni­k­li­nik

UKH: F. Wie­ser, der 25-jäh­ri­ge For­st­ar­bei­ter, G. Kohr­gru­ber, Pri­ma­ri­us M. Plecko

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