Schach­ner­haus legt Mil­lio­nen­plei­te hin

Über­schul­dung von knapp fünf Mil­lio­nen Eu­ro. 74 Mit­ar­bei­ter ver­lie­ren den Job.

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT - RO­MAN VILGUT

ÖBLARN. Ein un­rühm­li­ches En­de nach 31 Jah­ren Fir­men­ge­schich­te: Der Fer­tig­haus­bau­er Schach­ner­haus muss mit ei­ner Über­schul­dung von knapp fünf Mil­lio­nen Eu­ro In­sol­venz an­mel­den. Da­bei hat­te es vor et­was mehr als ei­nem Jahr noch so aus­ge­se­hen, als sei die Zu­kunft ge­si­chert. Mit Gün­ther Ker­b­ler und der Ker­b­ler Hol­ding hat ein Bran­chen­ken­ner das Un­ter­neh­men von der Fa­mi­lie Schach­ner ge­kauft. Ein Un­ter­neh­mens­plan wur­de er­stellt, der den Stand­ort auf Dau­er si­chern soll­te. Noch im De­zem­ber wur­de der Kärnt­ner Mit­be­wer­ber Wi­go Haus über­nom­men.

Neun Mo­na­te da­nach liegt das Un­ter­neh­men in Scher­ben und es herrscht di­cke Luft zwi­schen den Neu- und den Al­tei­gen­tü­mern. Denn die Ur­sa­che für die Plei­te liegt laut dem In­sol­venz­an­trag im Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Fa­mi­lie Schach­ner. Aus der Zeit vor dem Ei­gen­tü­mer­wech­sel sind laut KSV 1870 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro an Steu­er­schul­den ent­stan­den. We­sent­lich schwer­wie­gen­der sind al­ler­dings die Pro­ble­me bei Alt­bau­stel­len –sprich ver­kauf­ten Häu­sern. „Nach der Über­nah­me tra­ten bei Kun­den er­heb­li­che Män­gel auf. Es wur­den ex­tra Mit­ar­bei­ter auf­ge­nom­men, um die Män­gel ab­ar­bei­ten zu kön­nen“, sagt Cor­ne­lia Mayer, Spre­che­rin der Ke­p­ler Hol­ding. Die Zahl der Be­an­stan­dun­gen sei zu hoch ge­we­sen. Die Per­so­nal­kos­ten stie­gen stark und es kam zu Ver­zö­ge­run­gen bei ak­tu­el­len Bau­stel­len.

Stand­ort am En­de

Auf­grund der Kos­ten woll­te die Ker­b­ler Hol­ding den Ver­kauf rück­ab­wi­ckeln und ver­such­te, mit der Fa­mi­lie Schach­ner ei­ne Ei­ni­gung zu er­zie­len. Nach dem Schei­tern der Ver­hand­lun­gen wur­de die In­sol­venz be­an­tragt. Die Plei­te könn­te auch ein ge­richt­li­ches Nach­spiel ha­ben. Mayer: „Die Ker­b­ler Hol­ding prüft der­zeit recht­li­che Schrit­te ge­gen die Fa­mi­lie Schach­ner.“

207 Gläu­bi­ger sind von der Plei­te be­trof­fen, dar­un­ter auch 15 Häu­sel­bau­er. Für ge­werb­li­che Pro­jek­te, wie „En­zes­feld Gre­en“, wird ver­sucht, ei­ne Lö­sung zu fin­den. Die Wi­go Haus könn­te hier über­neh­men. Das Kärnt­ner Un­ter­neh­men ist näm­lich nicht von der In­sol­venz be­trof­fen.

Fest steht, dass der Stand­ort in Nie­der­öb­larn am En­de ist. Schach­ner­haus wird ver­mut­lich für kur­ze Zeit wei­ter­ge­führt. Al­ler­dings nur, um ei­ne op­ti­ma­le Ver­wer­tung der Fir­men­an­la­gen zu ge­währ­leis­ten. Die 74 Mit­ar­bei­ter von Schach­ner­haus wer­den ih­re Jobs ver­lie­ren.

Die Fir­ma Schach­ner­haus in Nie­der­öb­larn ist am En­de

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