Ein Un­fall oder nicht? Das ist die Fra­ge!

Ein Mann ver­letz­te sich beim Fuß­ball­spie­len oh­ne Fremd­ein­wir­kung; Ver­si­che­rung woll­te das Er­eig­nis nicht als Un­fall an­er­ken­nen.

Kleine Zeitung Steiermark - - | IHR GELD -

Durch mei­ne Re­cher­che bin ich auf Ih­ren Be­richt ,Streit um Riss der Seh­ne‘ aus dem Jahr 2012 ge­sto­ßen“, wand­te sich Da­vid P. aus Linz an den Om­buds­mann. Er ha­be der­zeit mit der „Ge­ne­ra­li“, sei­ner Un­fall­ver­si­che­rung, das­sel­be Pro­blem, das in un­se­rem Be­richt be­schrie­ben wor­den war. „Ich ha­be mir im Mai die Achil­les­seh­nen beim Fuß­ball­spie­len ge­ris­sen. Die Ver­si­che­rung ist aber der Mei­nung, dass es kein Un­fall ist, und möch­te da­her die Leis­tun­gen nicht be­zah­len!“, er­klär­te der Mann.

Die Ur­sa­che sol­cher Streit­fäl­le fin­det sich in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen. In die­sen ist fest­ge­legt, was als Un­fall gilt. „Ein Un­fall liegt vor, wenn die ver­si­cher­te Per­son durch ein plötz­lich von au­ßen auf ih­ren Kör­per wir­ken­des Er­eig­nis (Un­fall­er­eig­nis) un­frei­wil­lig ei­ne Ge­sund­heits­schä­di­gung er­lei­det“, heißt es dort. In ei­ner äl­te­ren Ver­si­on hieß es aber, dass ein Un­fall auch dann vor­lie­ge, „wenn durch ei­ne er­höh­te Kraft­an­stren­gung an Glied­ma­ßen oder Wir­bel­säu­le ein Ge­lenk ver­renkt wird oder Mus­keln, Seh­nen, Bän­der oder Kap­seln ge­zerrt oder zer­ris­sen wer­den“.

Al­te Be­din­gun­gen

Im Fall von Da­vid P. gel­ten of­fen­bar noch die al­ten Be­din­gun­gen, al­so bat er den Om­buds­mann um Hil­fe. „Kor­rekt ist, dass die zu­grun­de lie­gen­den Be­din­gun­gen im er­wei­ter­ten Un­fall­be­griff ein Er­eig­nis wie ei­nen Riss ei­ner Seh­ne durch er­höh­te Kraft­an­stren­gung dem Grun­de nach an­er­ken­nen“, be­stä­tig­te uns Ernst Jezek von der Ge­ne­ra­li, wand­te aber ein: „Ob das ge­schil­der­te Er­eig­nis ge­eig­net war, ei­ne ge­sun­de Achil­les­seh­ne zum Rei­ßen zu brin­gen, oder ei­ne Vo­r­er­kran­kung mit­wirk­te, ist durch ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten fest­zu­stel­len.“Das Pro­blem wur­de für un­se­ren Le­ser zwar nicht so­fort ge­löst, die „Ge­ne­ra­li“mach­te aber ein ak­zep­ta­bles An­ge­bot: „Wir dür­fen an­bie­ten, dass wir die An­sprü­che von Herrn P. wei­ter prü­fen. Da sich das Er­eig­nis erst im Mai er­eig­ne­te, wer­den wir Herrn P. ver­stän­di­gen, dass er sich mit wei­te­ren Be­fun­den zur Fest­stel­lung ei­ner et­wai­gen Dauer­in­va­li­di­tät an uns wen­den kann, wenn bis Au­gust 2016 wei­ter Be­schwer­den be­ste­hen.“

Als Un­fall an­er­kannt

„Ich fin­de es klas­se, dass Sie et­was be­wirkt ha­ben und die Ver­si­che­rung jetzt doch mei­nen Vor­fall als Un­fall an­er­kennt. Bes­ten Dank noch ein­mal, jetzt bin ich nicht mehr so ver­är­gert und muss mir kei­nen An­walt neh­men!“, war auch un­ser Le­ser mit die­ser Zwi­schen­lö­sung zu­frie­den.

Beim Fuß­ball­spie­len riss die Achil­les­seh­ne

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