ZUR PER­SON

Kleine Zeitung Steiermark - - SPORT - I NTERVIEW: ALEX­AN­DER TAGGER

im Som­mer al­le Ath­le­ten neu ver­mes­sen und macht das auch vor je­dem Sprung, um Schumm­lern das Hand­werk zu le­gen. Ei­ne gu­te Neue­rung? SCHLIE­RENZAU­ER: Auf al­le Fäl­le. Die Sprin­ger ver­su­chen über­all, ein biss­chen mehr Trag­flä­che her­aus­zu­ho­len. Da­für sind ih­nen al­le Mit­tel recht und sie be­fin­den sich da­bei oft in Grau­zo­nen. Die sol­len da­mit aus­ge­räumt wer­den.

An­geb­lich soll es nicht mehr er­laubt sein, sich vor dem Sprung auf die Ober­schen­kel zu klop­fen . . . SCHLIE­RENZAU­ER: Ja, man soll den An­zug gar nicht mehr be­rüh­ren dür­fen. Ich den­ke, wenn je­mand vor dem Sprung noch­mals dar­an zieht, um den An­zug zu deh­nen, dann soll­te er dis­qua­li­fi­ziert wer­den. Aber wenn sich ein Ath­let auf dem Zit­ter­bal­ken noch­mals auf die Brust klopft, soll­te das er­laubt sein. Aber da ma­che ich mir kei­ne Sor­gen, die Ver­ant­wort­li­chen wer­den das rich­ti­ge Fin­ger­spit­zen­ge­fühl be­wei­sen.

Ihr Sai­son­ziel ist wohl die Ski­flug-WM am Kulm? SCHLIE­RENZAU­ER: Mein Ziel ist es, kon­stant mein Po­ten­zi­al ab­ru­fen

ge­bo­ren Gregor Schlie­renzau­er, am 7. Jän­ner 1990. Wohn­ort: Fulp­mes. Der Ti­ro­ler vom SV Inns­bruckBerg­isel gab am 12. März 2006 sein De­büt im Welt­cup und ist mit mitt­ler­wei­le 53 Welt­cup­sie­gen der er­folg­reichs­te Ski­sprin­ger der Ge­schich­te. Größ­te Er­fol­ge, Olym­pia: Te­am­Gold 2010 und -Sil­ber 2014, 2 x Ein­zel-Bron­ze 2010; WM: Ein­zel­Gold 2011 und 5 x Team-Gold; Ski­flug-Welt­meis­ter 2008 und 3 x Team-Gold; Ge­samt­welt­cup­sie­ger 2008/09 und 2012/13; zwei­fa­cher Tour­nee-Sie­ger. zu kön­nen. Ge­lingt mir das, ist es die bes­te Be­stä­ti­gung mei­ner Ar­beit. Wie der Be­werb heißt, ist dann ei­gent­lich egal. Aber na­tür­lich ist ei­ne Heim-WM schon ein ganz be­son­de­rer Ner­ven­kit­zel. Vor al­lem ist es in mei­ner zehn­ten Sai­son das ers­te Mal, dass ich ei­ne WM vor ei­ge­nem Pu­bli­kum sprin­gen kann.

Noch ein kur­zer The­men­wech­sel: Wie ha­ben Sie den tra­gi­schen Un­fall Ih­rer Ti­ro­ler Lands­frau Ki­ra Grün­berg er­lebt (Anm.: Die St­ab­hoch­sprin­ge­rin ist seit ei­nem Trai­nings­un­fall quer­schnitts­ge­lähmt)? SCHLIE­RENZAU­ER: Ich ken­ne Ki­ra nicht sehr gut, wir ha­ben uns aber des Öf­te­ren beim Trai­nie­ren im Olym­pia­stütz­punkt Inns­bruck in der Kraft­kam­mer ge­trof­fen. Die Ge­schich­te ist na­tür­lich sehr tra­gisch und zeigt, wie schnell es ge­hen kann. Und es kann je­den tref­fen. Als Spit­zen­sport­ler muss man so et­was aus­blen­den, aber ein Res­t­ri­si­ko bleibt im­mer – egal ob im Sport oder beim Au­to­fah­ren. Ich kann Ki­ra auf al­le Fäl­le nur al­les Gu­te wün­schen.

Auch das Ski­sprin­gen zählt zu den ge­fähr­li­chen Sport­ar­ten. Füh­len Sie sich best­mög­lich ge­schützt oder hät­ten Sie hin­sicht­lich der Si­cher­heit noch Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge? SCHLIE­RENZAU­ER: Tat­sa­che ist, dass es durch das ag­gres­si­ve­re Ma­te­ri­al und den ag­gres­si­ve­ren Sprungstil heu­te mehr Stür­ze und Ver­let­zun­gen gibt als frü­her. Doch es gibt ei­ne Ex­per­ten­kom­mis­si­on, die für un­se­re Si­cher­heit hof­fent­lich im­mer das Best­mög­li­che her­aus­holt.

Gregor Schlie­renzau­er schnürt noch an sei­nem Ge­samt­pa­ket

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.