Al­les im Ei­mer

Kleine Zeitung Steiermark - - | TRIBÜNE - GE­ORG LUX

Wahr­schein­lich gönnt man uns nicht ein­mal mehr das le­gen­dä­re lei­se Ser­vus zum Ab­schied. Es wird wohl tri­um­phie­rend „Tschüss“hei­ßen, wenn das ös­ter­rei­chi­sche Deutsch end­gül­tig zu Gr­a­be ge­tra­gen wird. Die­ser trau­ri­ge Tag naht, warnt – zum wie­der­hol­ten Ma­le – der Gra­zer Ger­ma­nist Ru­dolf Muhr.

Seit die Sprach­ver­der­ber vom deut­schen Pri­vat­fern­se­hen die hei­mi­schen Flim­mer­kis­ten in „Glot­zen“ver­wan­delt ha­ben, geht es ab­wärts. Schuld sind aber auch die Ös­ter­rei­cher selbst, sagt Muhr. Wir wür­den uns laut sei­nen Be­ob­ach­tun­gen im All­tag im­mer öf­ter für un­se­re Spra­che schä­men. Dann wird plötz­lich „am Mor­gen“statt in der Früh auf­ge­stan­den und am Sonn­tag „Rühr­ei“statt Eier­speis ge­früh­stückt. ind wir wirk­lich schon so be­knackt? Ja. Sonst wä­re da ja jetzt ver­trot­telt, dep­pert oder an­ge­schot­tert (das ist hoch­deutsch) ge­stan­den. Wird die Na­ti­on dar­an zu­grun­de ge­hen? Nein. Aber re­gel­mä­ßi­ge Weck­ru­fe in Sa­chen Spra­chi­den­ti­tät kön­nen nicht scha­den, vor al­lem wenn man sie – oh­ne schlech­tes Ge­wis­sen – an die­ser Stel­le so for­mu­lie­ren kann und soll­te: Papp’n auf! Klap­pe hal­ten!

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