„Flü­gel­zan­ge“be­droht Gra­zer VP und SP

Flücht­lin­ge, In­te­gra­ti­on, Ar­beits­lo­sig­keit – und war­um es für Mar­ti­na Schröck um al­les geht.

Kleine Zeitung Steiermark - - | GRAZ - DIDI HUB­MANN

Die nächs­te Graz-Wahl ist noch weit weg, der­zeit gilt es, an­de­re Pro­ble­me zu lö­sen. Aber das ent­wick­le­ri­sche Träg­heits­mo­ment der Stadt ist deut­lich spür­bar. „Ita­lie­ni­sche Ver­hält­nis­se“, al­so die un­kla­re Macht­ver­tei­lung nach der letz­ten Wahl, ma­chen ei­ne vi­sio­nä­re, ent­schei­dungs­schnel­le Po­li­tik un­mög­lich. FPS­tadt­rat Ma­rio Eustac­chio, der sich aus dem Pakt mit SP/VP ge­löst hat, schaut ers­te Rei­he fuß­frei zu, wie VP und vor al­lem SP Ge­fahr lau­fen, wei­ter zu ero­die­ren. Früh­jahr 2017 wur­de in Graz als Wahl­ter­min kol­por­tiert. Aber an­ge­sichts der Flücht­lings­kri­se, der In­te­gra­ti­ons­dis­kus­sio­nen und der Ar­beits­lo­sig­keit wer­den VP/SP froh sein, wenn die nächs­te Wahl weit weg ist. Die Flü­gel- zan­ge, in der sich VP/SP mit die­sen The­men be­fin­den, lässt na­he­zu kei­nen po­li­ti­schen Spiel­raum. as al­les macht die Ar­beit nicht ein­fa­cher. Bür­ger­meis­ter Sieg­fried Nagl wä­re ja für das Land reif ge­we­sen, aber dar­aus wur­de nichts. Was für ein Ka­li­ber Nagl ist, hat man nach der Amok­fahrt ge­se­hen: Kein an­de­rer Po­li­ti­ker hat in die­sen schwe­ren St­un­den so ei­ne Aus­strah­lung und Au­then­ti­zi­tät ge­zeigt. Auch in der Flücht­lings­dis­kus­si­on ist er un­um­strit­ten. Aber der po­li­ti­sche All­tag könn­te zum Feind wer­den – für ei­nen, der weiß, dass er viel be­we­gen könn­te, muss es sich be­fremd­lich an­füh­len, über An­kün­di­gun­gen punk­ten zu müs­sen. ür Vi­ze­bür­ger­meis­te­rin Mar­ti­na Schröck (SP) geht es bei der

DF­nächs­ten Wahl um das po­li­ti­sche Über­le­ben. Ei­ne Nie­der­la­ge wird sie sich nicht leis­ten kön­nen. Das Ver­hält­nis zur Lan­des-SP be­schrei­ben In­si­der als kühl. Die ex­ter­nen Geg­ner wer­den nicht we­ni­ger: Schröck holt die Wer­be­watch­group in das Re­fe­rat Frau­en & Gleich­stel­lung. Bis­her war die Grup­pe – die zu­letzt die Fett­näpf­chenWahl­wer­bung des Wie­ner Grü­nen-Po­li­ti­kers Ju­li­an Schmid als „se­xis­tisch“ein­stuf­te – im Macht­be­reich der Un­ab­hän­gi­gen Frau­en­be­auf­trag­ten. Auch bei die­ser hat­te Schröck für Auf­se­hen ge­sorgt, weil sie die­sen Be­reich völ­lig neu ord­ne­te. Für Schröck spricht we­nigs­tens, dass sie so hei­ße Ei­sen über­haupt an­greift.

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