Schmack­haft ma­chen?

Ein Le­ser denkt schon wei­ter: Wenn nicht al­le Flücht­lin­ge nach Deutsch­land kön­nen, soll­ten wir ih­nen zei­gen, dass es auch bei uns schön ist. Sonst kä­me es zu Tu­mul­ten; in die Wan­der­be­we­gung keh­re nie Ru­he ein.

Kleine Zeitung Steiermark - - LESER - Dr. Klaus Höll­ba­cher, Graz Heinz Kos­sek, Leib­nitz

Tau­sen­de kom­men, an­ge­trie­ben von der Hoff­nung Deutsch­land. Ver­ständ­lich, aber Deutsch­land braucht ei­ne Pau­se. Hof­fent­lich nur ei­ne Ver­schnauf­pau­se, denn gera­de erst ein­mal die ers­ten zehn Mi­nu­ten des Spiels ha­ben be­gon­nen. Die Flücht­lin­ge sind in Ös­ter­reich ge­stran­det und wol­len wei­ter, nicht hier blei­ben. Man­che wol­len viel­leicht noch nach Schwe­den, da dort Ver­wand­te, Freun­de un­ter- ge­kom­men sind, aber Ös­ter­reich? Wol­len wir die Flücht­lin­ge in Eu­ro­pa ver­tei­len, oh­ne so­fort wie­der ei­ne Wan­der­be­we­gung aus­zu­lö­sen, wird es Zeit, den Flücht­lin­gen in den Quar­tie­ren die Mög­lich­kei­ten in Ös­ter­reich und den an­de­ren EU-Län­dern klar­zu­ma­chen.

So ei­gen­ar­tig es klin­gen mag, wir wer­den al­le – au­ßer Deutsch­land – um die Flücht­lin­ge wer­ben müs­sen. Ei­ne Ver­tei­lungs­quo­te ist wich­tig, gut und not­wen­dig, aber wer bleibt in ei­nem Land, in dem er nicht sein will? Die freund­li­che Auf­nah­me bei uns ist ein ers­ter Schritt, aber wir müs­sen den nächs­ten set­zen, sonst ha­ben wir 5000 Flücht­lin­ge in Salz­burg, die über die Gren­ze wol­len. Und die hält kei­ner auf, oh­ne dass es ein Dra­ma gibt! la­den jetzt Ih­re Nach­barn herz­lich ein, die, die Sie nicht mehr neh­men kön­nen, auf­zu­neh­men und für sie zu sor­gen. Ich bit­te Sie, das nächs­te Mal mit Ih­ren Nach­barn vor­her zu spre­chen und zu fra­gen, ob sie be­reit sind, für Ihr „sü­ßes Ge­fühl, bes­ser als der Rest al­ler Men­schen zu sein“, die Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men.

Nicht al­les ak­zep­tie­ren

Täg­lich fül­len die Flücht­lings­the­men und die Asyl­pro­ble­me die Me­dien­be­rich­te und es geht im We­sent­li­chen um Hil­fe, Spen­den, To­le­ranz und die feh­len­den oder spä­ten Ent­schei­dun­gen in der EU. Auch in Ös­ter­reich ist man sehr trä­ge bei Ent­schei­dun­gen und Maß­nah­men. Dies be­zeich­ne ich als un­ver­ständ­lich, da man seit Jah­ren am Bei­spiel Ita­li­en se­hen konn­te, wel­che Mas­sen­wan­de­rung uns be­vor­ste­hen wür­de.

Bis vor ei­ni­gen Wo­chen war die­se Flücht­lings­wel­le noch sehr weit weg. Jetzt hat es uns in Ös­ter­reich, Un­garn und Deutsch­land über­ra­schend hart ge­trof­fen. Die Hil­fe und die So­li­da­ri­tät sind

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