Ei­ne gu­te Idee zum fal­schen Zeit­punkt

Kleine Zeitung Steiermark - - | TRIBÜNE -

DieEU-Staa­ten sol­len sich ge­mein­sam auf län­der­spe­zi­fi­sche Kon­tin­gen­te zur Auf­nah­me der Flücht­lin­ge ver­stän­di­gen. Wenn die Ober­gren­zen in den fest­ge­leg­ten Kon­tin­gen­ten er­reicht sind, sol­len die Schutz­su­chen­den wie­der zu­rück­ge­schickt wer­den. Es ist ein Vor­schlag, dem ei­ni­ge rich­ti­ge Über­le­gun­gen zu­grun­de lie­gen. Aber er kommt zum fal­schen Zeit­punkt. Es ist durch­aus ver­nünf­tig, dar­über nach­zu­den­ken, Flücht­lin­gen be­reits in ih­ren Her­kunfts­re­gio­nen, et­wa der Tür­kei, ei­ne le­ga­le Ein­rei­se in die EU zu er­lau­ben und ih­nen so die oft le­bens­ge­fähr­li­che Flucht nach Eu­ro­pa zu er­spa­ren. Eben­so rich­tig wä­re es dann, da­bei Ober­gren­zen fest­zu­le­gen, um ei­nen un­be­grenz­ten Exo­dus aus den Camps in der Tür­kei, in Jor­da­ni­en und im Li­ba­non zu ver­hin­dern. Drit­tens bleibt es wei­ter das Ge­bot der St­un­de, bei der Auf­nah­me der Asyl­su­chen­den al­le EU-Staa­ten in die Pflicht zu neh­men, mög­lichst über ein nach­voll­zieh­ba­res Quo- ten­sys­tem. Aber de Mai­ziè­re geht mit dem Vor­schlag be­reits den zwei­ten Schritt, be­vor der ers­te über­haupt ge­tan wur­de. Ei­ne eu­ro­päi­sche Kon­tin­gent­re­ge­lung wür­de vor­aus­set­zen, dass sich sämt­li­che EU-Staa­ten erst ein­mal auf das Prin­zip ei­ner halb­wegs ge­rech­ten Ver­tei­lung der Flücht­lin­ge ei­ni­gen. Da­nach sieht es der­zeit aber nicht aus.

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