ÖVP-Plä­ne ge­gen „Asyl à la

Ein „Ak­ti­ons­plan Asyl“soll Struk­tur in den Um­gang mit Flücht­lings­strö­men brin­gen.

Kleine Zeitung Steiermark - - | POLITIK - THO­MAS GÖTZ

Ei­ne Wo­che vor der Wahl in Ober­ös­ter­reich und drei vor dem Ur­nen­gang in Wi­en prä­sen­tier­te die ÖVP am Mon­tag ih­ren „Ak­ti­ons­plan Asyl“. Vie­les von dem, was Vi­ze­kanz­ler Rein­hold Mit­ter­leh­ner ge­mein­sam mit drei Mi­nis­tern vor­stell­te, gibt es be­reits: den Flücht­lings­ko­or­di­na­tor Chris­ti­an Kon­rad, das Durch­griffs­recht des Bun­des zur Quar­tier­be­schaf­fung und ei­gent­lich auch die jüngs­te Idee sei­ner Par­tei, das „Asyl auf Zeit“.

Nach drei Jah­ren, so die Idee der ÖVP, die auch die Zu­stim­mung von Bun­des­kanz­ler Wer­ner Fay­mann fin­det, soll­te ge­prüft wer­den, ob der Asyl­grund noch be­steht. Wenn ja, kann zwei wei­te­re Jah­re Asyl ge­währt wer­den, sonst soll­te die Per­son „über­stellt“wer­den. Un­be­fris­tet wird der Asyl­sta­tus nur dann, wenn auch nach fünf Jah­ren der Asyl­grund noch ge­ge­ben ist. „Aus ei­ner Kann- wird ei­ne Muss­be­stim­mung“, sagt Mikl-Leitner, da die­se Mög­lich­keit ja be­reits jetzt be­steht. Auf die Fra­ge, wie sie die­sen zu­sätz­li­chen Ver­wal­tungs­auf­wand be­wäl­ti­gen wol­le, sag­te die Mi­nis­te­rin, der Mehr­auf­wand an Per­so­nal wer­de der­zeit ge­prüft.

Ver­är­gert äu­ßer­te sich so­wohl die In­nen­mi­nis­te­rin als auch der Vi­ze­kanz­ler über die Tat­sa­che, dass die meis­ten Flücht­lin­ge in Län­dern wie Kroa­ti­en oder Slo­we­ni­en kei­ne Asyl­an­trä­ge stel­len. Mikl-Leitner sprach von „Asyl­op­ti­mie­rung“, bei der nicht mehr die Su­che nach Schutz im Mit­tel­punkt ste­he. Mit­ter­leh­ner nann­te das „Asyl à la car­te“. Um dem ei­nen Rie­gel vor­zu­schie­ben, sei die Ver­tei­lungs­quo­te in Eu­ro­pa so wich­tig. Sie sei „ei­ne „bit­te­re Pil­le für Wirt­schafts­flücht­lin­ge“, mein­te Mikl-Leitner, da sie dann ris­kier­ten, auf „un­at­trak­ti­ve Staa­ten“ver­teilt zu wer­den. Das Du­blin-Ver­fah­ren, das vor­sieht, dass der An­trag im ers­ten EULand zu stel­len ist, sei zwar un­zu­rei­chend, aber bis zur Ent­wick­lung ei­nes neu­en Sys­tems hal­te Ös­ter­reich dar­an fest, sag­te Mik­lLeit­ner.

Jus­tiz­mi­nis­ter Wolf­gang Brand­stet­ter be­ton­te die Ver­werf­lich­keit des Schlep­per­we­sens und ver­wies auf die dra­ma­tisch an­ge­stie­ge­ne Zahl von Ver­haf­tun­gen. 1100 sei­en es 2014 ge­we­sen. An­fang Sep­tem­ber die­ses Jah­res schon lag die Zahl bei 1500. Au­ßen­mi­nis­ter Se­bas­ti­an Kurz wie­der­um wie­der­hol­te die Idee, in der Re­gi­on Schutz­zo­nen zu er­rich­ten.

FPÖ und Ne­os ver­wie­sen dar­auf, dass es „Asyl auf Zeit“be­reits ge­be. „Die In­nen­mi­nis­te­rin braucht die vor­han­de­nen Ge­set­ze nur zu voll­zie­hen“, rich­te­te Ge­ne­ral­se­kre­tär Her­bert Kickl Mikl-Leitner aus. Das Team Stro­nach wie­der­um hält die Idee für ver­kehrt, weil sie da­zu füh­re, dass Aus­bil­dungs­kos­ten ver­geu­det wür­den.

Ei­nen ei­ge­nen Ak­ti­ons­plan leg­ten die Grü­nen vor. Er sieht mas­si­ve fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung

Ver­är­gert über „Asyl­op­ti­mie­rung“: Jus­tiz­mi­nis­ter Brand­stet­ter, In­nen­mi­nis­te­rin Mikl-Leitner, Vi­ze­kanz­ler Mit­ter­leh­ner,

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