Ein Typ, der still lei­det“

Kleine Zeitung Steiermark - - POLITIK -

lings­fra­ge mit An­stand, aber auch mit Haus­ver­stand lö­sen.

Wie wol­len Sie die Gren­zen der Be­last­bar­keit um­set­zen? Durch Ober­gren­zen? PÜH­RIN­GER: Ja, ich schla­ge ein Pro­zent vor. Wenn sich al­le EU-Län­der an der Auf­tei­lung be­tei­li­gen, könn­te es ge­löst wer­den.

Sie ha­ben als ers­ter Re­gie­rungs­po­li­ti­ker Grenz­kon­trol­len ge­for­dert. Braucht Ös­ter­reich nicht viel­leicht ei­nen Grenz­zaun à la Or­bán? PÜH­RIN­GER: Grenz­zäu­ne à la Or­bán brau­chen wir si­cher nicht. Wir brau­chen ro­bus­te Kon­trol­len an den Au­ßen­gren­zen. So­lan­ge die Deut­sche ih­re Gren­zen kon­trol­lie­ren, müs­sen wir es auch tun, da­mit wir nicht zum War­te­raum für die Flücht­lin­ge wer­den.

Ist es Ih­re schwers­te Wahl? PÜH­RIN­GER: Ja, mit Ab­stand.

Die ÖVP-Spit­ze hat Ih­re For­de­rung nach „Asyl auf Zeit“über­nom­men. Ist das nicht ein Eti­ket­ten­schwin­del, ein bil­li­ger Schmäh? Asyl ist im­mer auf Zeit, das liegt in der Na­tur der Sa­che. PÜH­RIN­GER: Nein, Asyl auf Zeit muss or­dent­lich ver­engt wer­den. Das sieht in der Zwi­schen­zeit so­gar der Bun­des­kanz­ler so. Nach zwei, drei Jah­ren muss der Asyl­grund über­prüft wer­den. In der Zeit kann es auch kei­nen Fa­mi­li­en­nach­zug ge­ben.

So­lan­ge Krieg herrscht, kann nie­mand zu­rück­ge­schickt wer­den? PÜH­RIN­GER: Dann muss die Frist ver­län­gert wer­den. Es kann nicht in ei­nem Land ewig Krieg sein. Ei­ne sol­che Re­ge­lung gibt der Be­völ­ke­rung ei­ne ge­wis­se Si­cher­heit. Die Bür­ger fra­gen ja nicht, wie vie­le Flücht­lin­ge kom­men, son­dern wie lan­ge sie blei­ben.

Im Vor­feld der Wah­len in Ober­ös­ter­reich und Wi­en spielt die SPÖ die hu­ma­ni­tä­re Kar­te aus, die ÖVP kehrt den Scharf­ma­cher her­vor. Ist das ein gu­tes Zei­chen? PÜH­RIN­GER: Das stimmt so nicht. Ich wie­der­ho­le mich: Die Fra­ge muss man mit An­stand und Haus­ver­stand lö­sen. Mit den Kriegs­flücht­lin­gen muss man or­dent­lich um­ge­hen.

Was hal­ten Sie von ei­ner Ar­beits­er­laub­nis für Asyl­wer­ber? PÜH­RIN­GER: Da muss man dif­fe­ren­zie­ren. Ich kann mir durch­aus vor­stel­len, dass man den Ar­beits- markt dann öff­net, wenn man da­durch kei­nem Ein­hei­mi­schen ei­nen Ar­beits­platz weg­nimmt. Wenn das auch pas­siert, wä­re das fa­tal für die Ak­zep­tanz der Be­völ­ke­rung. Man soll­te es aus­bau­en, es darf aber kei­ne fi­xen Ar­beits­ver­hält­nis­se ge­ben, be­vor nicht der Be­scheid vor­liegt. Sonst wird das Ab­schie­ben noch bru­ta­ler und här­ter für die Men­schen.

Sie wet­tern ge­gen die FPÖ, schlie­ßen aber ei­ne Ko­ali­ti­on mit der FPÖ nicht aus. Ist das nicht ein Wi­der­spruch? PÜH­RIN­GER: Ich schlie­ße gar nichts aus, denn zu­erst spricht der Wäh­ler. Wir ha­ben in Ober­ös­ter­reich ei­ne Kon­zen­tra­ti­ons­re­gie­rung, wir müs­sen kei­ne Ko­ali­ti­on schlie­ßen, es ge­nügt ein Ar­beits­über­ein­kom­men. Das be­hal­ten wir uns bis nach der Wahl vor. Das hin­dert mich nicht, den schlech­ten Stil der FPÖ zu kri­ti­sie­ren.

Wo­mög­lich geht sich Schwar­zG­rün nicht aus. Ist das schlimm? PÜH­RIN­GER: Wir sind mit nie­man­dem ver­hei­ra­tet.

Laut Um­fra­gen liegt die FPÖ bei über 30 Pro­zent. PÜH­RIN­GER: Ich kann es nicht mehr ein­schät­zen, denn es gibt nicht mehr das Wahl­ge­fühl wie sonst. Es gibt nur das The­ma Asyl.

Gibt es ei­ne Schmerz­gren­ze? PÜH­RIN­GER: Schmerz­gren­zen gibt es im­mer, aber die gibt man nicht be­kannt. Ich bin eher ein Typ, der still lei­det.

Sie ha­ben ei­ne Schmerz­gren­ze, wol­len sie mir aber nicht ver­ra­ten? PÜH­RIN­GER: Ich wer­de si­cher­lich nicht am Wahl­tag zu­rück­tre­ten. Man hat auch Ver­ant­wor­tung zu tra­gen, wenn es schwie­rig ist. Ich hof­fe auf ein ak­zep­ta­bles Er­geb­nis. Ich hof­fe, dass wir mit deut­li­chem Ab­stand als Ers­ter über die Zi­el­li­nie ge­hen.

Wenn die FPÖ in Ober­ös­ter­reich knapp hin­ter der ÖVP liegt und in Wi­en die SPÖ ein­holt, was hie­ße das für Ös­ter­reich? PÜH­RIN­GER: Ich wün­sche mir die­se Si­tua­ti­on nicht, und ich stel­le sie mir nicht vor.

Sie hof­fen, dass Häupl auf Platz eins bleibt? PÜRHINGER: Ich hof­fe, dass die Wie­ner ÖVP auch ein star­kes Er­geb­nis ein­fährt.

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