Blau­er Durch­marsch in Ober­ös­ter­reich und Wi­en?

Kleine Zeitung Steiermark - - POLITIK - I NTERVIEW: M. J UNGWIRTH

WI­EN. Seit mehr als 30 Jah­ren be­glei­tet Wolf­gang Bach­may­er als Mei­nungs­for­scher das in­nen­po­li­ti­sche Ge­sche­hen, ei­ne sol­che Si­tua­ti­on hat der er­fah­re­ne De­mo­skop noch nie er­lebt: dass ein Wahl­kampf in der Hoch­pha­se von ei­nem ein­zi­gen The­ma, den Flücht­lin­gen, be­herrscht wird. „Ich kann mich nicht an ei­ne so mo­no­the­ma­ti­sche Prä­gung ei­nes Wahl­kamp­fes er­in­nern.“

Am Sonn­tag wählt Ober­ös­ter­reich, und glaubt man ei­ner OGM-Ku­rier-Um­fra­ge, steht den Ober­ös­ter­rei­chern ein Erd­be­ben ins Haus. Wäh­rend die ÖVP auf 36 Pro­zent ab­stürzt, mar­schiert die FPÖ auf bis zu 32 Pro­zent durch. Wahl­for­scher Lau­renz Enn­ser-Je­de­n­as­tik hat die Um­fra­gen der letz­ten Mo­na­te genau ana­ly­siert (sie­he Gra­fik): „Man kann kei­ner ein­zi­gen Um­fra­ge trau­en, aber der Ge­samt­trend ist ein­deu­tig.“Der Wie­ner Po­li­to­lo­ge schließt nicht mehr aus, dass die FPÖ die SPÖ in Wi­en von Platz eins ver­drängt – und ver­weist auf ein Pa­ra­dox: „Je stär­ker die FPÖ ab­schnei­det, um­so un­wahr­schein­li­cher kommt sie in die Re­gie­rung. Als Steig­bü­gel­hal­ter taugt sie al­le­mal. Der FPÖ den Lan­des­haupt­mann an­zu­bie­ten, wä­re ein Ta­bu­bruch.“

Tief­schlag für Grü­ne?

In­des dro­hen die Grü­nen un­ter die Rä­der zu ge­ra­ten. We­gen der Ver­lus­te der Ko­ali­ti­ons­part­ner dürf­te sich Schwarz-Grün in Ober­ös­ter­reich und Rot-Grün in Wi­en nicht mehr aus­ge­hen.

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