Brüssel drängt zur Ei­le

Die EU will von Tsi­pras nun Re­for­men se­hen.

Kleine Zeitung Steiermark - - | POLITIK - PE­TER RIESBECK, BRÜSSEL

BRÜSSEL. Per Te­le­fon hat EUKom­mis­si­ons­chef Je­an-Clau­de Juncker Al­exis Tsi­pras zum Wahl­sieg gra­tu­liert. Man hat ei­ni­ge Er­fah­run­gen ge­sam­melt in ei­nem stür­mi­schen Som­mer. Auch un­lieb­sa­me. Am Mon­tag aber ging der Blick in Brüssel nicht zu­rück, son­dern nach vorn. „Es gibt viel Ar­beit zu er­le­di­gen und kei­ne Zeit zu ver­lie­ren“, sag­te ein Spre­cher der EUKom­mis­si­on. Und füg­te hin­zu: „Al­exis Tsi­pras hat die be­ste­hen­de Über­ein­kunft un­ter­schrie­ben, die neue Re­gie­rung wird das Pa­ket auch um­set­zen.“Auch EU-Rats­prä­si­dent Do­nald Tusk hofft auf „po­li­ti­sche Sta­bi­li­tät“in Grie­chen­land. Nur kei­ne De­bat­te al­so um das im Ju­li ver­ein­bar­te Hilfs­pa­ket über 86 Mil­li­ar­den Eu­ro bis 2018.

Brüssel setzt auf Ver­trags­treue. Und mahnt zur Ei­le bei der Re­gie­rungs­bil­dung. Die Sa­nie­rung der grie­chi­schen Ban­ken drängt. Rund 25 Mil­li­ar­den Eu­ro ha­ben die Eu­ro-Part­ner für die Re­ka­pi­ta­li­sie­rung der ma­ro­den grie­chi­schen Ban­ken be­reit­ge­stellt. Frag­lich ist, ob das Geld reicht und nicht die grie­chi­schen Spa­rer her­an­ge­zo­gen wer­den. Schon zum Jah­res­wech­sel tritt ei­ne EU-Re­ge­lung in Kraft, die­se sieht vor: Für die Ban­ken­sa­nie­rung kom­men erst die Ak­tio­nä­re, dann die Gläu­bi­ger und dann die Spa­rer auf.

Im Ok­to­ber steht ei­ne ers­te Über­prü­fung der Um­set­zun­gen des Spar­pa­kets an. Im Wahl­kampf ruh­te die Po­li­tik. In Brüssel rech­net man da­her mit leich­ten Ver­zö­ge­run­gen. Aber nicht mit gra­vie­ren­den Än­de­run­gen am Pro­gramm. Im Streit um Schul­den­er­leich­te­run­gen deu­te­te der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds vor Wo­chen ei­nen mög­li­chen Aus­weg an. Grie­chen­lands Schul­den­dienst soll an die öko­no­mi­sche Ent­wick­lung ge­kop­pelt und auf 15 Pro­zent der jähr­li­chen Wirt­schafts­kraft be­schränkt wer­den.

EU-Kom­mis­si­ons­chef Je­anClau­de Juncker und Rats­prä­si­dent Do­nald Tusk wol­len ei­ne neue Schul­den­schnitt­de­bat­te um je­den Preis ver­mei­den

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