Ei­ne Frau schreibt Fern­seh­ge­schich­te

Vio­la Da­vis ist die ers­te Afro­ame­ri­ka­ne­rin, die ei­nen Em­my er­hal­ten hat.

Kleine Zeitung Steiermark - - TRIBÜNE - DA­MIR FRAS, WASHINGTON

Emo­tio­na­le, po­li­ti­sche Dan­kes­re­de: Em­my- Ge­win­ne­rin Vio­la Da­vis

Zur Fei­er gab’s ein Sand­wich: Als Vio­la Da­vis er­fuhr, dass sie für den USFern­seh­preis Em­my no­mi­niert wor­den war, lag sie im Whirl­pool. Ein Freund rief an und sag­te ihr erst ganz am Schluss: „Glück­wunsch.“Sie sei aus dem Pool ge­stie­gen, ha­be sich ein Sand­wich mit Eier­sa­lat ge­macht, ein Glas Pro­sec­co ein­ge­gos­sen und stieg wie­der ins Was­ser, er­zähl­te sie dem Klatsch­ma­ga­zin „Peop­le“.

Als Vio­la Da­vis nun tat­säch­lich den wich­tigs­ten Preis im USFern­se­hen ge­won­nen hat­te, war ih­re Re­ak­ti­on völ­lig an­ders. Die 50-Jäh­ri­ge stand auf der Büh­ne und kämpf­te mit den Trä­nen. Ih­re Stim­me beb­te vor Rüh­rung.

Und in der Tat: Was sich am Sonn­tag­abend in Los An­ge­les ab­spiel­te, war ein Stück Fern­seh­ge­schich­te. Erst­mals zeich­ne­te die Ju­ry ei­ne Afro­ame­ri­ka­ne­rin mit dem Em­my als bes­te Haupt­dar­stel­le­rin aus. Selbst mehr als 50

An die­se kla­re An­spra­che dürf­ten sich die Ame­ri­ka­ner noch lan­ge er­in­nern. Denn Da­vis hat nur aus­ge­spro­chen, was je­der TV-Be­geis­ter­te in den USA Tag für Tag auf dem Bild­schirm se­hen kann: Afro­ame­ri­ka­ni­sche Mi­min­nen be­kom­men meist nicht die bes­ten Rol­len, und wenn doch, be­kom­men – et­was über­spitzt zu­sam­men­ge­fasst – ih­re wei­ßen Kol­le­gin­nen die Prei­se.

Vio­la Da­vis, da sind sich die Kri­ti­ker ei­nig, hat den Preis ver­dient. In der Krimiserie „How to Get away with Mur­der“spielt sie ei­ne har­te, ehr­gei­zi­ge Jus-Pro­fes­so­rin und Straf­ver­tei­di­ge­rin, die das Recht ver­biegt und zu un­ge­wöhn­li­chen Me­tho­den greift, um un­ter­pri­vi­le­gier­ten Kli­en­ten zu hel­fen. Der Em­my nun ist der Ga­rant da­für, dass die zwei­te Staf­fel der Se­rie, die am Don­ners­tag in den USA an­läuft, erst recht zu ei­nem Er­folg wer­den dürf­te.

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