„Asyl auf Zeit“: mehr Fra­gen als Ant­wor­ten

Was das Schlag­wort be­deu­ten soll, dar­über müs­sen SPÖ und ÖVP erst ei­nig wer­den.

Kleine Zeitung Steiermark - - FLÜCHTLINGSKRISE -

WI­EN. Ei­nig sind sich SPÖ und ÖVP dar­über, dass sie das Asyl­recht be­fris­ten wol­len. Wie Bun­des­kanz­ler Wer­ner Fay­mann und Vi­ze­kanz­ler Rein­hold Mit­ter­leh­ner nach dem Mi­nis­ter­rat be­ton­ten, müs­se über al­les Üb­ri­ge noch dis­ku­tiert wer­den. Et­wa die Fra­ge, ob be­fris­te­tes Asyl be­deu­te, dass Asyl­wer­ber in der Zwi­schen­zeit ih­re Fa­mi­lie nicht nach­ho­len dürf­ten. In der Schweiz et­wa dür­fen Asyl­wer­ber erst nach drei Jah­ren ih­re Fa­mi­li­en nach­ho­len, sag­te Mit­ter­leh­ner, in Deutsch­land le­dig­lich dann, wenn sie sich selbst er­hal­ten könn­ten. Ei­ne Ei­ni­gung mit dem Ko­ali­ti­ons­part­ner müs­se al­ler­dings erst ge­fun­den wer­den, gab Mit­ter­leh­ner zu. Au­ßer­dem deu­te­te er an, dass in den be­vor­ste­hen­den Ver­hand­lun­gen auch über Höchst­zah­len für die Auf­nah­me von Asyl­wer­bern ge­re­det wer­den sol­le.

Fay­mann wi­der­sprach dem nicht. Zwar ha­be das „Men­schen­recht kei­ne Höchst­gren­ze“, es stel­le sich aber die Fra­ge, ob es nicht auch an­ders­wo ga­ran­tiert wer­den kön­ne.

Kon­kret be­schloss der Mi­nis­ter­rat, 1,7 Mil­lio­nen Eu­ro für Kriegs­flücht­lin­ge in der Nach­bar­schaft Sy­ri­ens be­reit­zu­stel­len. Das Geld soll aus dem Aus­lands­ka­ta­stro­phen­fonds und dem Bud­get der Ent­wick­lungs­hil­fe-Agen­tur ADA kom­men. Ein­ein­halb Mil­lio­nen ge­hen an das UNHCR zur Un­ter­stüt­zung der Flücht­lin­ge im Li­ba­non, in der Tür­kei und im Land selbst. 200.000 ge­hen an die kur­di­sche Re­gio­nal­re­gie­rung im Nord­irak zur An­schaf­fung von Mi­nen­such­ge­rä­ten und Schutz­an­zü­gen. Fay­mann und Mit­ter­leh­ner si­gna­li­sier­ten Be­reit­schaft, im Rah­men der EU das UNHCR und die Wel­ter­näh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on groß­zü­gig un­ter­stüt­zen zu wol­len. Ei­ne der Ur­sa­chen für die Flücht­lings­strö­me ist ja die Un­ter­do­tie­rung die­ser Hilfs­wer­ke.

Ne­ben dem Flücht­lings­the­ma ver­ab­schie­de­te der Mi­nis­ter­rat noch ei­ne No­vel­le zum Uni­ver­si­täts­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­setz. Sie ver­län­gert un­ter an­de­rem die Zu­gangs­be­schrän­kun­gen an den Unis bis 2021 und ord­net die Stu­di­en­ein­gangs­pha­se neu.

Ei­nig über Asyl auf Zeit: Mit­ter­leh­ner und Fay­mann

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