Tsi­pras reist mit kla­ren Ide­en nach Brüssel

Neue Mi­nis­ter wer­den heu­te an­ge­lobt. EU mahnt Tsi­pras zur Ein­hal­tung von Ver­trä­gen.

Kleine Zeitung Steiermark - - POLITIK -

AT­HEN. Nach sei­ner Ve­rei­di­gung will Grie­chen­lands al­ter und neu­er Re­gie­rungs­chef Al­exis Tsi­pras schnellst­mög­lich die Zu­sam­men­set­zung sei­nes Ka­bi­netts be­kannt ge­ben. Es soll­te ur­sprüng­lich noch vor Mitt­woch­mor­gen ste­hen, hieß es aus der Re­gie­rungs­par­tei Sy­ri­za. Für heu­te ist die An­ge­lo­bung der Mi­nis­ter ge­plant, wie ein en­ger Mit­ar­bei­ter von Tsi­pras im Fern­se­hen sag­te.

Die meis­ten Me­di­en rech­ne­ten da­mit, dass Eu­klid Tsaka­lo­tos er­neut Fi­nanz­mi­nis­ter wird. Zu­dem wol­le Tsi­pras ein neu­es Mi­nis­te­ri­um bil­den, das die Um­set­zung al­ler Auf­la­gen der Gläu­bi­ger über­prü­fen soll. Die heik­le Auf­ga­be könn­te Gior­gos Chou­li­ara­kis über­neh­men, ei­ner der er­fah­rens­ten Un­ter­händ­ler in den Ver­hand­lun­gen mit den Kre­dit­ge­bern. Er war Fi­nanz­mi­nis­ter der bis zur Neu­wahl am­tie­ren­den In­te­rims­re­gie­rung. Nach ei­ner an­de­ren Va­ri­an­te wird Chou­li­ara­kis Vi­ze­fi­nanz­mi­nis­ter. Ener­gie­mi­nis­ter wer­de er­neut Pa­nos Skour­le­tis, hieß es in Sy­ri­za-Krei­sen.

Heu­te wird der Wahl­sie­ger auch zum ers­ten Mal nach Brüssel rei­sen. Zum Flücht­lings-Son­der­gip­fel kommt Tsi­pras mit kon­kre­ten Vor­stel­lun­gen: Er will die Men­schen nach Be­völ­ke­rungs­zahl und Wirt­schafts­kraft auf al­le EU-Staa­ten ver­tei­len las­sen. Die EU-Kom­mis­si­on wie­der­um ver­langt von Tsi­pras, die ge­trof­fe­nen Ab­spra­chen zum Hilfs­pro­gramm ein­zu­hal­ten. Da­zu sei es not­wen­dig, den In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) für den Ret­tungs­plan noch an Bord zu ho­len, sag­te EUKom­mis­sar Pierre Mosco­vici. „Der IWF ist ein Ele­ment der Si­cher­heit und der Glaub­wür­dig­keit des Pro­gramms.“

Tsi­pras war am Mon­tag­abend ver­ei­digt wor­den. Sei­ne Par­tei hat­te die Par­la­ments­wahl am Sonn­tag mit 35,5 Pro­zent der Stim­men über­ra­schend deut­lich ge­won­nen. Sy­ri­za er­hielt 145 Sit­ze und ver­fehl­te da­mit knapp die ab­so­lu­te Mehr­heit von 151 der ins­ge­samt 300 Sit­ze. Zu­sam­men mit den zehn rechts­po­pu­lis­ti­schen Ab­ge­ord­ne­ten der Un­ab­hän­gi­gen Grie­chen kann Tsi­pras aber den­noch re­gie­ren. Die ers­te Sit­zung des Par­la­ments soll am 1. Ok­to­ber statt­fin­den.

Der kla­re Sieg hat auch Fol­gen für die kon­ser­va­ti­ve Op­po­si­ti­ons­par­tei Nea Di­mo­kra­tia, die ab­ge­schla­gen zwei­te Kraft blieb. Aus Par­tei­krei­sen hieß es, ein neu­er Vor­sit­zen­der soll von al­len Mit­glie­dern durch ei­ne Ur­wahl be­stimmt wer­den. Ob der bis­he­ri­ge Chef Evangelos Mei­ma­ra­kis kan­di­die­ren wird, da­zu gab es wi­der­sprüch­li­che An­ga­ben. Die Wahl soll im Ok­to­ber oder spä­tes­tens im No­vem­ber statt­fin­den. Meh­re­re Kan­di­da­ten ha­ben ihr In­ter­es­se öf­fent­lich an­ge­mel­det.

Al­exis Tsi­pras

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