Mehr­heit

Kleine Zeitung Steiermark - - | TRIBÜNE - THO­MAS GÖTZ

Ein­stim­mig­keit war nicht zu er­rei­chen, als es dar­um ging, 120.000 Flücht­lin­ge aus Ita­li­en und Grie­chen­land auf eu­ro­päi­sche Län­der zu ver­tei­len. Nicht ein­mal die­ses über­schau­ba­re De­tail­pro­blem ließ sich im Ein­ver­neh­men aus der Welt schaf­fen.

Dass sich die In­nen­mi­nis­ter den­noch da­zu ent­schlos­sen, ist ein Zei­chen ih­rer Un­ge­duld und der spä­ten Ein­sicht in die Not­wen­dig­kei­ten. Es be­deu­tet auch, dass den meis­ten Staa­ten der Uni­on der Er­war­tungs­druck be­wusst ist, un­ter dem sie agie­ren.

Nie­mand kann hof­fen, dass in zwei Sit­zun­gen das Flücht­lings­dra­ma ge­löst wird, das Eu­ro­pa seit dem Som­mer zu schaf­fen macht. Aber aus­ein­an­der­zu­ge­hen, oh­ne auch nur den An­satz ei­ner Ei­ni­gung vor­wei­sen zu kön­nen, das wä­re in der an­ge­spann­ten La­ge dann doch ein ziem­li­cher Af­front ge­we­sen. Lie­ber ein paar Mi­nis­ter­kol­le­gen vor den Kopf sto­ßen als die gro­ße Mehr­heit der Be­völ­ke­rung, die sich von die­ser Uni­on gera­de in den über­grei­fen­den Fra­gen Lö­sungs­kom­pe­tenz und nicht Kle­in­staa­te­rei er­war­tet. elöst ist da­mit noch we­nig. An der Fra­ge ei­nes ge­ne­rel­len Ver­tei­lungs­schlüs­sels kann die Uni­on noch zer­bre­chen.

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