Die Kloa­ke von einst ist Vor­bild-Fluss

Die Re­na­tu­rie­run­gen der Mur ha­ben es ins Fi­na­le ei­nes in­ter­na­tio­na­len Um­welt­prei­ses ge­schafft. Der Fluss brach­te es von der eins­ti­gen Kloa­ke zum Vor­zei­ge­ge­wäs­ser.

Kleine Zeitung Steiermark - - RENATURIERTE MUR -

schen Kehrt­wen­de zu ver­dan­ken, die in den frü­hen 1980ern ein­ge­setzt hat. Bis da­hin lie­ßen die Fir­men und Ge­mein­den ent­lang der Mur ih­re Ab­wäs­ser prak­tisch un­ge­klärt ins Mur­was­ser flie­ßen. Der Fluss wur­de zur dun­k­len, schäu­men­den Kloa­ke – bis das Land ei­nen Schluss­strich zog. Die Ver­schmut­zungs­quel­len wur­den sys­te­ma­tisch aus­ge­schal­tet, über die Jah­re bes­ser­te sich die Was­ser­qua­li­tät wie­der.

Doch im­mer noch war der Fluss schwer lä­diert. Im spä­ten 19. Jahr­hun­dert hat­ten die Stei­rer die Mur in ein en­ges Kor­sett ge­presst, den ur­sprüng­lich mä­an­dern­den Fluss­lauf be­gra­digt, um ihn bes­ser kon­trol­lie­ren zu kön­nen. Es soll­te Jahr­zehn­te dau­ern, bis die öko­lo­gi­sche Sün­de er­kannt wur­de. Ein Gut­teil der eins­ti­gen Murau­en war da schon ver­trock­net, die Fi­sch­ar­ten hat­ten sich ra­di­kal de­zi­miert. Die un­pas­sier­ba­ren Was­ser­kraft­wer­ke des 20. Jahr­hun­derts ver­schlim­mer­ten die La­ge.

Tou­ris­mus lebt auf

Mit­te der 1990er-Jah­re be­gann die zwei­te Pha­se der öko­lo­gi­schen Kehrt­wen­de. An der Gren­ze zu Slo­we­ni­en und am Ober­lauf der Mur be­gann das Land ge­mein­sam mit Zi­vil­in­ge­nieu­ren, dem Fluss sei­nen ur­sprüng­li­chen Ver­lauf zu­rück­zu­ge­ben. Al­lein an der 40 Ki­lo­me­ter lan­gen Grenz­mur wur­den da­für 50 Hekt­ar Land von pri­va­ten Ei­g­nern ab­ge­löst. Alt­ar­me wur­den re­ak­ti­viert, Re­ten­ti­ons­räu­me ge­schaf­fen. 14,5 Mil­lio­nen Eu­ro, zur Hälf­te aus EU-Mit­teln ge­för­dert, sind seit-

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eh­mer her in der­ar­ti­ge Pro­jek­te ge­flos­sen. Maß­nah­men, die für Lan­des­rat Hans Seit­in­ger auch „ei­nen enor­men tou­ris­ti­schen und Nah­er­ho­lungs­cha­rak­ter“ha­ben.

Ein Punkt, den Karl Scho­ber un­ter­strei­chen kann. Mit­ten im öko­lo­gi­schen Auf­stieg der Mur grün­de­te der Süd­stei­rer En­de der 1990er sei­ne Fir­ma „Mur pur“, die Aben­teu­er­boots­fahr­ten auf der Grenz­mur an­bie­tet. „Heu­te kom­men die Gäs­te von über­all her und sind be­geis­tert von die­sem schö­nen Fluss“, sagt Scho­ber. „Die An­stren­gun­gen ha­ben sich be­zahlt ge­macht.“Das weiß man jetzt auch in Aus­tra­li­en. Grü­ne Oa­se. On­line- Dos­sier über das grü­ne Pa­ra­dies der Murau­en www.klei­ne­zei­tung.at/stei­er­mark

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