Staats­af­fä­re

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT -

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110 von 600.000 Men­schen un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht ge­rie­te, so der 68jäh­ri­ge Kon­zern­boss. „Des­halb bit­te ich um Ihr Ver­trau­en auf un­se­rem wei­te­ren Weg.“

Wel­chen Kurs das Auf­sichts­rats­prä­si­di­um fährt, dürf­te heu­te, Mitt­woch, bei ei­ner Sit­zung son­diert wer­den. Par­al­lel da­zu zieht die Ab­gas­af­fä­re welt­weit Krei­se. In Ita­li­en, Frank­reich und Süd­ko­rea wur­den stren­ge Über­prü­fun­gen ge­for­dert – man ver­langt von VW Klar­heit dar­über, wel­che Mo­del­le kon­kret wo be­trof­fen sind. Denn ges­tern Vor­mit­tag räum­te VW ein, dass welt­weit nicht 500.000, son­dern rund elf Mil­lio­nen VW-Fahr­zeu­ge mit der ma­ni­pu­lier­ten Ab­gas­test-Soft­ware un­ter­wegs sind.

Un­ter Druck ge­rät auch der deut­sche Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt. Denn die Tech­nik zur Mo­tor-Ma­ni­pu­la­ti­on – die so­ge­nann­te „Ab­schalt­ein­rich-

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Nicht nur VW oder die Au­to­bran­che, son­dern die ge­sam­te deut­sche Ex­port­wirt­schaft zit­tert vor dem lang­fris­ti­gen Flur­scha­den des plum­pen Ab­gas-Be­trugs. „Die VW-Af­fä­re könn­te vie­le deut­sche Ex­por­teu­re tref­fen und das Ver­trau­en in Pro­duk­te ,Ma­de in Ger­ma­ny‘ schwä­chen“, sag­te der Prä­si­dent des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung, Mar­cel Fratz­scher.

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