Kon­tra­punk­tik als Aus­druck des In­nen­le­bens

Erst­mals in Graz am Pult: Phil­ip­pe Herre­weg­he.

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR - ERNST NAREDI- RAI­NER

GRAZ. Als Spe­zia­list für Al­te Mu­sik wur­de er be­rühmt. Wie so vie­le sei­ner Kol­le­gen hat aber auch Phil­ip­pe Herre­weg­he sein Re­per­toire längst bis zum 20. Jahr­hun­dert er­wei­tert. Der 68-jäh­ri­ge Bel­gi­er mit der kaum über­blick­ba­ren Dis­ko­gra­fie ar­bei­tet al­ter­nie­rend mit sei­nen Ori­gi­nal­klan­gen­sem­bles und auf mo­der­nen In­stru­men­ten mu­si­zie­ren­den Orches­tern. Seit 1997 ver­bin­det ihn ei­ne en­ge Be­zie­hung mit der Kö­nig­li­chen Phil­har­mo­nie Flan­dern, mit der er jetzt sein De­büt beim Mu­sik­ver­ein für Stei­er­mark fei­er­te.

Phil­ip­pe Herre­weg­he di­ri­giert mit blo­ßen Hän­den und schenkt den Mit­tel­stim­men min­des­tens so gro­ße Auf­merk­sam­keit wie der Ober­flä­che. Mit po­ly­pho­ner Mu­sik ver­traut, in­ter­es­siert er sich in Ro­bert Schu­manns „Rhei­ni­scher“Sym­pho­nie be­son­ders für die dich­te Kon­tra­punk­tik, die er als Aus­druck des In­nen­le­bens des Kom­po­nis­ten in­ter­pre­tiert. Mit spar­sa­mem Vi­bra­to­ein­satz ho­he Trans­pa­renz er­zie­lend, tru­gen die flä­mi­schen Gäs­te, die bei Lud­wig van Beet­ho­vens „Co­rio­lan“-Ou­ver­tü­re mit kan­ti­ger Wucht auf­ge­war­tet hat­ten, die­ses Kon­zept mit sat­ten Far­ben mit.

In klei­ner Be­set­zung führ­ten sie im leicht­fü­ßig ge­spiel­ten ADur-Kla­vier­kon­zert, KV 414, von Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart ei­nen fun­keln­den Dia­log mit dem für Paul Le­wis ein­ge­sprun­ge­nen So­lis­ten De­jan La­zic´, der sehr tief­sin­nig mu­si­zier­te, ein ho­hes Maß an In­ti­mi­tät er­ziel­te und auch bei sei­nen Ein­gän­gen und Ka­den­zen gro­ße Gestal­tungs­kraft de­mons­trier­te. De­bü­tier­te in Graz: Phil­ip­pe Herre­weg­he

Ra­dio Stei­er­mark:

27. 9., 20.04 Uhr.

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