Eu­ro­pa und die Wut der Über­stimm­ten

EU-Gip­fel: Un­garn­pre­mier Or­bán droht mit Grenz­schlie­ßung zu Kroa­ti­en. Die Slo­wa­kei will ge­gen Mehr­heits­be­schluss kla­gen. Mil­li­ar­den­hil­fe für die Tür­kei und die UN-Hun­ger­hil­fe.

Kleine Zeitung Steiermark - - | THEMA - KOR­RE­SPON­DEN­TEN PE­TER RIESBECK, BRÜSSEL

Es war ein be­ein­dru­cken­des Quar­tett, das die EU-Kom­mis­si­on auf­bot. De­ren Ers­ter Vi­ze­prä­si­dent, Frans Tim­mer­m­ans, stand mas­sig in der Mit­te, ne­ben ihm die Vi­ze­che­fin­nen Kris­ta­li­na Ge­or­gie­va und Au­ßen­be­auf­trag­te Fe­de­ri­ca Mo­g­her­i­ni so­wie Flücht­lings­kom­mis­sar Di­mi­tris Av­ra­mo­pou­los. „Wir wol­len ge­mein­sa­me Stan­dards im Asyl­recht in der EU durch­set­zen“, sag­te Tim­mer­m­ans und schob nach: „Des­halb hat die EU-Kom­mis­si­on heu­te wei­te­re Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren ge­gen die Mit­glied­staa­ten ein­ge­lei­tet.“ Da­mit er­mit­telt die Brüs­se­ler Be­hör­de in mehr als 40 Fäl­len ge­gen Ver­säum­nis­se der Mit­glied­staa­ten in der Asyl­po­li­tik, dar­un­ter auch Ös­ter­reich. Un­ter den 19 frisch in­kri­mi­nier­ten Län­dern sind auch Deutsch­land, Frank­reich und Ita­li­en. Die Vor­wür­fe rei­chen von über­lan­gen Asyl­ver­fah­ren bis zur Un­ter­brin­gung der Schutz­su­chen­den. Zwei Mo­na­te ha­ben die be­schul­dig­ten Län­der nun Zeit, um auf die Vor­wür­fe zu re­agie­ren. Sonst droht ei­ne Kla­ge vor dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof.

Vie­le in der EU hal­ten das Vor­ge­hen der Kom­mis­si­on in der Flücht­lings­kri­se bis­her zu zö­ger­lich. Vom „Cha­os der letz­ten Wo­chen“sprach Rats­prä­si­dent Do­nald Tusk. Die Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren wa­ren jetzt aber ein wich­ti­ger Hin­weis: Die EU ist in der Flücht­lings­po­li­tik nur so stark, wie die 28 Mit­glied­staa­ten es zu­las­sen.

Die­se hat­ten sich am Vor­tag im Kreis der EU-In­nen­mi­nis­ter auf die Ver­tei­lung von 120.000 Flücht­lin­gen ver­stän­digt. Per Mehr­heits­vo­tum ge­gen Un­garn, Tsche­chi­en, Ru­mä­ni­en so­wie die Slo­wa­kei. Und nicht wie üb­lich im Kon­sens. So wa­ren die Nach­be­ben noch am Mitt­woch-

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