Etap­pen­sieg für Face­book-Klä­ger

Ohr­fei­ge für EU-Kom­mis­si­on, Er­folg für Face­book-Klä­ger Ma­xi­mi­li­an Schrems vor EU-Ge­richt.

Kleine Zeitung Steiermark - - | INTERNATIONAL -

Der EuGH-Ge­ne­ral­an­walt er­klär­te ges­tern die Ent­schei­dung der EU-Kom­mis­si­on zum „Sa­fe Har­bour“-Ab­kom­men mit den USA über ein an­ge­mes­se­nes Da­ten­schutz­ni­veau für un­gül­tig. Ma­xi­mi­li­an Schrems, der von Da­ten­schüt­zern in­ter­na­tio­nal ge­fei­er­te ös­ter­rei­chi­sche Face­book-Klä­ger, hat­te in dem Rechts­streit ge­gen die Über­mitt­lung von Face­book-Da­ten an die USA ge­klagt. Die Mei­nung des Ge­ne­ral­an­wal­tes ist für das Ge- richt nicht bin­dend, doch fol­gen ihr die Rich­ter üb­li­cher­wei­se in vier von fünf Fäl­len. Ein Ter­min für das Ur­teil steht noch nicht fest. Die EU-Rich­ter müs­sen ent­schei­den, ob sich der iri­sche High Court auf das „Sa­fe Har­bour“Ab­kom­men ver­las­sen kann, das den USA ein an­ge­mes­se­nes Da­ten­schutz­ni­veau be­schei­nigt.

Schrems hat­te sich im Ju­ni 2013 mit ei­ner Be­schwer­de an den iri­schen Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten ge­wandt. Die iri­sche Toch­ter­fir- ma des US-In­ter­net­kon­zerns Face­book ist für Eu­ro­pa zu­stän­dig und spei­chert die Nut­zer­da­ten auf Ser­vern in den USA.

Der Ös­ter­rei­cher hat­te gel­tend ge­macht, dass die Da­ten in den USA nicht vor Über­wa­chung ge­schützt sei­en. Als Be­leg führ­te Schrems die Ent­hül­lun­gen des ehe­ma­li­gen US-Ge­heim­dienst­mit­ar­bei­ters Ed­ward Snow­den an. Der iri­sche Da­ten­schutz­be­auf­trag­te lehn­te die Be­schwer­de des Ak­ti­vis­ten mit dem Hin­weis auf das „Sa­fe Har­bour“-Ab­kom­men ab. Die EU-Kom­mis­si­on hat­te im Jahr 2000 fest­ge­stellt, dass die USA ein an­ge­mes­se­nes Da­ten­schutz­ni­veau bö­ten. Nach An­sicht des EuGH-Ge­ne­ral­an­wal­tes ist die Ent­schei­dung der Kom­mis­si­on un­gül­tig. Die EU-Kom­mis­si­on sei nicht er­mäch­tigt, die Be­fug­nis­se der na­tio­na­len Kon­troll­be­hör­den zu be­schrän­ken. Au­ßer­dem sei die Über­wa­chung durch die US-Ge­heim­diens­te „mas­siv und nicht ziel­ge­rich­tet“.

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