Flücht­lings­dra­ma: Zehn Op­fer iden­ti­fi­ziert

Es han­delt sich um ei­ne Frau und neun Män­ner: Die Op­fer stam­men aus dem Irak.

Kleine Zeitung Steiermark - - | ÖSTERREICH - HANS BREITEGGER

EI­SEN­STADT. Knapp vier Wo­chen nach­dem auf der A 4 im Bur­gen­land in ei­nem Lkw 71 to­te Flücht­lin­ge ent­deckt wur­den, steht bei zehn Op­fern die Iden­ti­tät fest: Es han­delt sich um ei­ne Frau und um neun Män­ner aus dem Irak. Kei­nes der Op­fer ist äl­ter als 50 Jah­re. Vier der iden­ti­fi­zier­ten Lei­chen wur­den be­reits den An­ge­hö­ri­gen über­ge­ben.

Die Iden­ti­fi­zie­rung sei schwie­rig, so Oberst Ernst Schuch, Lei­ter des bur­gen­län­di­schen Lan­des­kri­mi­nal­am­tes. Man sei aber zu­ver­sicht­lich, bei al­len Op­fern die Iden­ti­tät fest­stel­len zu kön- nen. Die Um­stän­de und der Zu­stand der Lei­chen er­mög­li­chen je­doch kei­ne Iden­ti­fi­zie­rung durch Fo­tos.

Bei der Spu­ren­si­che­rung und den Ob­duk­tio­nen wur­de da­her die so­ge­nann­te DVI-Me­tho­de (DVI steht für Di­sas­ter Vic­tim Iden­ti­fi­ca­ti­on) an­ge­wandt. Das heißt: Sämt­li­che In­for­ma­tio­nen über die un­be­kann­ten Lei­chen aus dem Lkw wur­den in den ver­knüpf­ten Da­ten­ban­ken zu­sam­men­ge­führt. Ne­ben der Per­sons­be­schrei­bung mit den kör­per­li­chen Merk­ma­len, den per­sön­li­chen Hab­se­lig­kei­ten der Op­fer, ih­rer Be­klei­dung wur­den auch die Um­stän­de der Auf­fin­dung und ähn­li­che De­tails elek­tro­nisch ge­spei­chert. Die­se in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit bei der Iden­ti­fi­zie­rung von un­be­kann­ten To­ten hat man nach dem Tsu­na­mi 2004 ein­ge­führt.

Im ak­tu­el­len Fall kön­ne die Po­li­zei auch auf Hin­wei­se von An­ge­hö­ri­gen der Flücht­lin­ge zu­rück­grei­fen. Auf der LKA-Hot­li­ne wür­den lau­fend Hin­wei­se und An­fra­gen ein­ge­hen, heißt es sei­tens der Po­li­zei. Schuch: „Es mel­den sich im­mer wie­der An­ge­hö­ri­ge, die den Kon­takt zu den Flücht­lin­gen ver­lo­ren ha­ben.“Sie neh­men in ih­ren Hei­mat­län­dern oft wei­te We­ge in Kauf, um dann bei ei­ner zu­stän­di­gen Stel­le ih­re DNA ab­zu­ge­ben, da­mit in Ös­ter­reich Ab­glei­che durch­ge­führt wer­den kön­nen. Schuch: „Man­che, de­nen es mög­lich ist, rei­sen so­gar nach Ös­ter­reich, weil sie Ge­wiss­heit ha­ben wol­len.“

An­de­rer­seits ver­su­chen die bur­gen­län­di­schen Er­mitt­ler über die ös­ter­rei­chi­schen Ver­tre­tungs­be­hör­den In­for­ma­tio­nen aus mög­li­chen Her­kunfts­län­dern zu be­kom­men.

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